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Reisenden durch die. vielen in Brügges Kirchen und Sammlungen enthaltenen Kunstschatze nicht gar zu idealisch gewöhnt wird, sorgt der Anzug der niedern und mittlern Classen, die in große, schwarze Tücher verhüllten weiblichen Gestalten, die vielen Geistlichen in ihrer unehrwürdigen Tracht, und die seltsame Sitte, Freitags einen Markt für alle Arten von Lrödelwaaren zu halten, von dem selbst achtbare Leute ihre Bedürfnisse kaufen, für eine schleunige Zurückkehr ins ge­wöhnliche praktische Leben. Ein anderer, noch prosaischerer Umstand ist, daß die Stadt weder Brunnen noch Fontainen hat, und ihr Wasser entweder aus der Scheide oder der Lys schöpft. Nachdem Carl hiervon Kunde bekommen, vermied er sorgsam alle salzigen Speisen, um sich des Trinkens so viel wie möglich zu enthalten. Zu Brügges Merkwürdigkeiten rechnet man noch mehrere Klöster, unter' andern ein englisches Nonnenkloster, dessen Regel so streng ist, daß eine eingekleidete Nonne sogar ihre Eltern nicht mehr sehen darf.

Von Brügge gings auf dem großartigen Canal, den schönsten in Europa nach Ostendc, dem westlichsten Punkt in Bedien. Diese feste Seestadt ist regelmäßig und gut gebaut, hat ein schönes Rath­haus, zwei Caserncn, bedeutende Festungswerke und einige sehens- werthe Kirchen. Man betrachtet sie gewöhnlich nur al^Durchgangs­thor nach England, obgleich sie als Badeort doch manche Vortheile und außerdem auch einige Merkwürdigkeiten besitzt, unter andern kann sie ganz unter Wasser gesetzt werden. Das Meer' bespült von allen Seiten die Verschanzungen von Ostende, und gewährt eine wahrhaft pitorcske Aussicht. Hier wollte sich der Freiherr mit den Seinigen nach England einschiffen. Wir lassen sie auf dem Meer und suchen die wandernde Familie, wenn meine jungen Leser und Leserinnen Vergnügen daran gefunden, sie aus ihrer fernern Reise zu begleiten, im nächsten Theil an Englands Küste wieder auf.