4o. Ehrlichkeit.
„Eine ehrliche Hand geht d u r ch s ganze Land." Ich muß Niemanden Etwas heimlich wegnehmen, Niemanden betrügen, das Gefundene seinem Eigenthümer zurückgeben; dann bin ich ein ehrliches Kind, und Jeder« mann liebt mich und hat mich gern um sich.
Jakob war ein unordentlicher Knabe; daher ließ er eines Tage« sein schönes Bilderbuch vor der Thüre liegen. Gottfried und Margarethe gingen vorbei, und fanden es. Sie sahen hinein, und die schönen Bilder machten ihnen viel Freude. Das Buch gehört gewiß Jemanden in diesem Hause, sprach Gottfried, ich werde es hineintragen. Was? rief die Schwester — Bist du dumm? Du hast es ja gefunden, und kannst es behalten. Was man gesunden hat, muß man zurückgeben, sagte Gottfried und gierig in das Haus. 'Er pochte an die Stubenthüre, ward hereingerufen, und fragte, ob das Buch nicht hier Jemanden gehöre? Er wolle es zurückgeben. Wie
67
Jettchen umarmte die Schwester, und dankte ihr herzlich für das angenehme Geschenk.
Ernst wollte dem guten Jettchen auch gern was geben, jund wußte doch nicht was. Da er denn wußte, daß Jettchen so gern Aepsel aß, kaufte er für den Dreier, den er täglich z»n> Frühstück erhielt, Aepfel, und brachte sie seiner geliebten Schwester.

