•20 Bewohner Asiens. Ostiake».
Fremden verschleiert zu sein. Sowohl beim männlichen als beim weiblichen Geschlechte ist es Gebrauch, sich Figuren auf Arme und Hände, auf Nacken und Schienbeine zu tättuiren. Während des Sommers treiben die Osijaken Fischfang und führen ein Wanderleben. Im Winter wohnen sie an bestimmten Plätzen und beschäftigen sich mit der Jagd. Die Winterwohnungen sind aus Holz und werden mit Erde bedeckt. Die Stelle der Fenster vertreten Eisstücke, die man einfriercn läßt. Eine Winterwohnung dient mehren Familien zum Aufenthalte, weßhalb die Luft darin eben nicht für Jeden erträglich ist. Sie selbst bemerken den Übeln Geruch nicht, sind überhaupt sehr schmutzig, und reinigen selbst Schüssel und Kessel nie, wenn auch viele Hunderte daraus gefressen haben. Sie essen nicht regelmäßig, und da immer in der Mitte der Wohnung ein Feuer brennt, bratet oder kocht ein Jeder, wann ihn hungert. Die Männer machen ihre Fischernetze und Kähne, Pfeile und Bogen, Schneeschuhe und Hundeschlitten; die Weiber, welchen die meisten Arbeiten obliegen, müssen die Speisen zurichten, Thran und Fischleim kochen, Leinewand aus Nesseln weben, Seife sieden, die Kleider machen und für mehres Andere sorgen. Die Fische genießen sie häufig roh, auch die gefrorenen Fische essen sie so. In den fischreichen Landstrichen nehmen sie blos das Fett und überlassen ihren Hunden das Uebrige. Wenn sie auf der Jagd größeres Wild erlegen, ziehen sie demselben das Fell ab und verscharren den Körper unter dem Schnee. Sind sie nach Hause gekommen, begeben sie sich mit ihren Hundeschlitten an die Stelle und holen das Thier heim, welches in Gegenwart der Freunde und Nachbarn ausgeweidet und zerschnitten wird. Herz, Lunge, Leber, Mark und Gehirn werden roh verzehrt. Wenn sie auf die Jagd gehen, theilen sie sich in kleine Gesellschaften und binden Schneeschuhe unter die Füße. Ihre Nahrungsmittel führen sie auf einem kleinen Schlitten mit sich. Sie rauchen und schnupfen dann ununterbrochen, und sprechen der Branntwein Flasche häufig zu. Sie lieben den Tanz sehr, und stellen in demselben Ereignisse, wie sie bei dem Fischfänge und der Jagd vorkommen, dar, und ahmen Stellungen, Gang und Lauf der Thiere, so wie die Besorgnis; um den Verfolger, sehr genau nach; auch suchen sie die Russen, welche sie nicht gerne haben, lächerlich zu machen, und ahmen das Auffallende an denselben und ihre Gebärden nach.
Die Ostjaken glauben an ein künftiges Leben, welches dem gegenwärtigen gleich gehalten wird, und begraben deßhalb, schon 10 bis 12 Stunden nach dem Ableben, ihre Todten mit den nöthigen Kleidern und Geräthen, damit dieselben in der andern Welt alles Nöthige gleich bei sich haben.

