(i(i Bewohner Asiens. Japaner.
jungen Dienerinnen, wclci'e zum Hofstaate der Fürstinnen, oder zum Haus- wesen der Gouverneure der Provinzen gehören, ordnet man in Abtheilungen von je l 6 Personen. Jede Abtheilung unterscheidet sich von der andern durch eine besondere Kleidersarbe, und steht unter einer älteren Dam'. Solche Kammerfräulein werden gewöhnlich sehr jung, auf 15 bis 20 Jahre, angenommen, und nach Verfluß dieser Zeit anständig verehelicht.
!>. Reise des Kubo zum Dairi.
Alle fünf bis sechs Jahre pflegt der Kubo den Dairi zu besuchen, scheinbar um seinen Vorrang anzuerkennen, in Wirklichkeit aber um seine Truppen und Großen in ganzer Pracht zu sehen. Die >25 Stunden, welche Miako von Jeddv entfernt ist, theilt man in 28 Rasten, an welchen für die Unterkunft des zahlreichen Heeres und ungeheuern Trosses gesorgt ist. An diesen Zwischenstationcn sind Lebensmittel in Menge aufgehäuft, und frische Pferde vorhanden. Je näher sich der Kaiser bei Miako befindet, um so großer wird das, auf allen Stationen vermehrte, Gefolge desselben, und ist am Ziele der Reise so groß, dasi 100.000 Häuser nicht ausreichen würden, es aufzunehmen, weshalb außerhalb Miako ein ungemein großes Lager von Zelten aufgeschlagen wird. Die Straßen, durch welche der Kubo einzieht, sind mit sehr weißem Sande und gepulvertem Talk überzogen. Längs der Häuser bilden die Soldaten doppelte Spaliere, um das andrängende Volk in Schranken zu halten. Der Zug beginnt mit dem Anbruche des Tages. Die Diener des Dairi tragen in großen, gefirnißten, mit dem Wappen des Kubo versehenen, Kisten die Geschenke dieses für den Dairi, dann folgen die Chrendamen ( 48 ) des geistlichen Hofes, in glänzend weißen Norimons aus gefirnißtem Holze, ein jeder von vier Männern getragen. Dann folgen in braunen, etwas weniger reiche» Norimons die (21) weniger vornehmen Damen. Dann folgen 27 Hofdiener des Dairi in Trag- sesseln, von weißgekleideten Trägern und zahlreichen Dienern begleitet. Bei jedem Norimon ist ein großer, weißseidener, reich mit Gold gestickter Sonnenschirm. 24 Offiziere zu Pferd, in Atlas oder Brokat gekleidet, reibeten sich nun an, jeder mit 2 Säbeln versehen, deren Griffe vergoldet. Die Mähnen dieser kleinen, aber gut zugerittenen, Pferde werden mit Gold- und Silberfäden durchflochtcn, und ihre Hufe sind in rothes seidenes Zeug gehüllt; denn beschlagen werden die Pferde in Japan nicht. Jedes Pferd wird von zwei Männern, am Zügel, geführt, und jeder Reiter von acht weiß gekleideten Dienern begleitet. Diesen Reitern folgten drei Wägen, von welchen ein jeder von zwei großen schwarzen Stieren gezogen

