Bewohner Asiens. Japaner. 67

wurde. Vier Diener führten einen solchen Stier, der mit reihen seidene» Netze» überdeckt war. An goldenen Verzierungen fehlte es nicht. Die Felgen der Räder waren aus Kupfer, und die Speichen mit Gold eingelegt. Diese Wägen trugen des Dairi.begünstigte Gemahlinnen. Der holländische Berichterstatter sagt, daß jeder dieser Wägen einen Werth von etwa zwei hundert tausend Gulden gehabt habe. Diesen Damen folgten 23 Norimvns mit Nebenfrauen und Hoffrauen des Dairi. Zahlreiche andere Herrschaften folgten noch, ehe des Kubv's und seines Sohnes Wagen erschien. Jeder dieser außerordentlich kostbaren Wägen wurde von 200 Mann Leibgarden (Sambreis) begleitet, welche aus den vornehmsten Familien des Reichs entsprossen waren. Vor dem Wagen des Kubo schritten 8 Greise mit elfenbeinernen Stäben (Herolde) einher, um Platz zu machen. Auf den Kaiser folgten seine Brüder, dann 64 Fürsten und Statthalter der Pro­vinzen, und mehre Abtheilungen Krieger.

Der Dairi, welcher nun kam, faß in einem azurblauen Norimvn, welcher den Himmel mit goldener Sonne und Sternen vorstellte. Fünfzig vornehme, weiß gekleidete Herren, mit gefirnißten Mühen, trugen seine Heiligkeit, und über des Norimvns Kuppel war ein Hahn aus massivem Golde, die Flügel ausgebreitet haltend, angebracht. Vierzig Mann Leib­garde mit Helmen, Schilden und Kolben, gingen hinter dem Norimvn her, und wurde» von Truppen gefolgt. Fast den ganzen Tag, bis in die Dämmerung, dauerte der lange Zug, als das Gedränge von Soldaten, Vornehmen und Niedern, das Stoßen, Schlagen, Tvdtreten, Überreiten, Verwunden, Jammern, Suchen und Schreien, und die allgemeine Unord­nung eintraten, und so den Platz des Pompes in eine Art Schlachtfeld verwandelten. Selbst die Tragseffel der Vornehmen blieben, zum Theil, von der Plünderung nicht verschont. Der Kubo begab sich in sein Schloß, welches er in Miakv hat, und wurde daselbst vom Dairi, der drei Tage bei ihm blieb, besucht. Dem heiligen Manne wurde sowohl vom Kaiser, als von dessen Sohne die größte Achtung erwiesen, und Kaiser and Kron­prinz bedienten ihn, während die anderen Prinzen die Aufsicht über die Zubereitung der m Gerichte führten, die dem Gaste täglich aufgetischt wurden. Des Kubv's erste Minister bedienten bei Tische die begünstigten Gemahlinnen des Dairi, welchen der Kronprinz drei tausend Stangen Sil­ber, zwei Säbel mit goldenen Scheiden, zwei hundert Kleider, drei hun­dert Stücke Atlas, 120 Zentner rohe Seide, fünf große silberne Geschirre mit Bisam, zehn prächtige Pferde mit reich gestickten Decken als Ge­schenk überbrachte. Des Kaisers Geschenke waren au Werth und Zahl