Bewohner Asiens. Lesgi. 217

Die Häuser sind aus Weidcngeflecht verfertigt und außen und innen mit Lehm überzogen. Sie haben Strohdächer. Vierzig bis fünfzig Häuser, welche in einem Kreise umherstehen, bilden ein Dorf. Während der Nacht wird das Vieh in den mittleren Raum gestellt, wo auch einige Hütten stehen. Im Winter baut man an den Flüssen und auf den Wiesen Hütten für die Schafe. Die Hausthiere der Tscherkeffen sind das Pferd, der Ochse, der Büffel, das Schaf, die Ziege, der Hund und die Katze. Ihre Pferde, nach den arabischen die besten, streifen frei auf den Feldern umher, und kommen nie in den Stall. Der Ackerbau der Tscherkeffen ist sehr einfach; im Frühlinge verbrennen sie die Kräuter, welche die Felder, Wiesen, Wai­den und die zum Besamen bestimmten Länder bedecken; es ist dies der ein­zige Dünger, den sie ihnen geben; nachher wird geackert, gesäct und mit Bäumen, woran noch das Laub steht, geeggt. Sie bauen hauptsächlich Hirse und Spelz. Auch wird die Bienenzucht stark getrieben.

Die tscherkessischr Sprache weicht bedeutend von der der übrigen Kauka- sier ab; sie wird am besten in den beiden Kabardah, und im Stamm Bedien gesprochen, der die User der Lada bewohnt. Die übrigen tscherkcs- sischen Völkerschaften des Kuban bis zum schwarzen Meere sprechen Mund­arten, welche mehr oder weniger sich von der Kabardah'schen entfernen. Diese Sprache hat eine Menge Lippen- und Gaumenlaute, welche durch ein Pfeifen und Schnalzen der Zunge ausgesprochen werden, was das Spre­chen derselben für die Fremden sehr erschwert. Die Tscherkeffen haben weder Bücher, noch überhaupt Schriftzeichen; wenn sie Jemand einen Bries schreiben wollen, so lassen sie ihn durch den Mulla türkisch schreiben.

Die Lesgi.

Die Lesgi wohnen im östlichen Theile des Kaukasus und in den Ebe­nen am kaspischen See und sind in sehr viele kleine Stämme getheilt. Schon seit dem grauen Alterthume scheinen dieseStämme den Kaukasus zu bewohnen, und haben sich später mit den Überbleibseln anderer Völkerschaften, welche sich in diese Gebirge geflüchtet, vermischt. Die Lesgi sind überaus wilde, grausame Räuber, stets bereit in die Dienste dessen zu treten, der sie bezahlt. Sie sind gute Fußgänger und gute Reiter, voll verwegenen Muthes, der oft als Tollkühnheit erscheint, abgehärtet, Mühseligkeiten zu ertragen, was sie gerne thun, wenn ihnen ihr Sold richtig bezahlt wird.