Die Kisten.
Die Kisten stnd mizdschegischen Stammes, und treiben das Raubhandwerk nicht weniger stark, als die Lesgi.
Zu ihnen gehören die Tschetschenzen, welche gewöhnlich in kleinen Truppen gegen die Russen ausziehen. Sie setzen häufig über den Terck, verbergen sich in Gehölzen, und fallen die Reisenden an, wenn sie diese!- den ohne bewaffnete Begleitung bemerken. Die Führer und Pferde tobten sie, stecken dem Gefangenen einen Knebel in den Mund, und bringen ihn an's Ufer, wo sie ihm mit Luft gefüllte Schläuche unter die Arme binden, ihm einen Strick um den Hals befestigen, und ihn in'ö Wasser werfen. Den Strick muss der Gefangene halten, damit er sich nicht erdrosseln kann, und zwei Schwimmer bringen ihn dann an das andere Ufer. Wenn die Tschetschenzen von ihren Gefangenen ein starkes Lösegeld erwarten, todten sie dieselben selten, behandeln sie aber roh und barbarisch. Unter den Tschetschenzen gibt es Fürsten und Edle, und diese stnd die Vasallen von jenen.
Die Kara-bulak, auch ein mizdschegischer Stamm, wohnen westlich von den Tschetschenzen und nennen sich selbst Arsch te. Sie treiben Ackerbau, sind sehr mäßig, genießen selten Fleisch, scheinen ehemals Sunniten gewesen zu sein, haben aber gegenwärtig keine bestimmte Religion, sondern machen die abergläubischen Gebräuche der übrigen Kaukasier mit. Mit den Tschetschenzen stehen fle auf feindlichem Fuße, greifen aber auch die Russen an. Ihre Ältesten führen sie bei ihren Kriegszügen an, denn sie haben keine Fürsten.
Die Inguschen bilden den westlichsten der mizdschegischen Stämme, sind den Russen unterworfen, und nicht so raubsüchtig, als die andern Stämme ihres Volkes. Sie fangen an Ackerbau zu treiben.
22« Bewohner Asiens. Kisten.
pflichtig. Ihren Rath, welcher aus zwölf Ältesten besteht, wählen sie selbst. Ihre Zwiste werden durch Schiedsrichter geschlichtet.

