Bewohner Asiens. Lesgi. 21»
Der Awaren-Khan hat noch mehre andere Stamme von gleicher Sprache unter sich, so das; er im Nothfalle zehntausend Mann stellen kann, obgleich die Awarcn nur zweitausend streitbare Männer liefern. Die Könige von Georgien mußten ihm einen jährlichen Tribut von tausend Karolin entrütz- ten, damit er ihr Land mit Einfällen verschone. Als die Russen Georgien in Besitz genommen hatten, entrichteten sie zuerst dieselbe Summe, welche i8v7 auf achtzehntansend und vierhundert Gulden erhöht wurde.
Ein gleichfalls mächtiger Fürst der Lesgi ist der Chanbutaikhan, der Kahi-Kumük, dessen Besitzungen sich längs dem östlichen Arme des Koi-siu hinziehen. Die Kahi-Kumüken sind eifrige Sunniten, welche fruchtbare Thäler bewohnen, große Heerden von Ochsen und Schafen besitzen. Zum Ackerbau ist ihr Land, der hohen Schneegebirge wegen, nicht sehr geeignet, und ihre spärlichen Ärnten treten, des rauhen Klima's hall-.r, spät ein.
Der Chanbutaikhan hat auch den Namen Ssurehai, kann sechstausend Mann, und im Nothfalle noch mehr in's Feld stellen, und ist ein Feind der Russen. Er hat etwa hundert Dörfer unter sich, und wohnt in dem großen Dorfe Schahar, welches vierhundert Häuser hat.
Die Akuscha, ein unabhängiger Stamm der Lesgi, bilden einen ziemlich mächtigen Freistaat, von etwa dreißig Dörfern, in dessen größtem, welches Akuscha heißt, ungefähr tausend Familien wohnen. Das ganze Volk besteht aus zwölf Stämmen, oder Butta, von denen jeder seinen Ältesten (Da rga) hat, welcher die Verwaltung besorgt, aber nicht befehlen darf, sondern nur eine berathende Stimme hat. Will ein Nachbarfürst Einwohner von Akuscha in Sold nehmen, so muß er an jeden einzelnen Bntta einen Bevollmächtigten schicken, oder sein Gesuch an jeden einzelnen Stamm besonders richten. Auf diesen Brauch wird strenge gehalten. Die Hülfe wird dem Meistbietenden zu Theil, und man schlägt gegen den, welcher nicht bezahlt.
Die Kubitschi sind im Oriente unter dem Namen Sereh-keran, was Panzerverfertiger heißt, bekannt. Sie werden für Europäer (Frengi) gehalten, gleichen aber in allem den sie umgebenden Lesgi, und ihre Sprache ist eine Mundart der Akuschasprache. Unter dem großen Dorfe Kubitschi stehen ackt andere. DieBewohner verfertigen sehr schöne und ausgezeichnet gute Waffe», und geschätztes Tuch, Ku bitschi schawl genannt.
Dieses Völkchen treibt weder Viehzucht noch Ackerbau, sondern tauscht seine Lebensbedürfnisse gegen die Erzeugnisse seines Gewerbfleißes ein. Mit den übrigen Lesgi stehen sie in freundschaftlichem Verhältnisse, da sie denselben die Waffen liefern. Führen keinen Krieg und sind niemand zins-

