232 Bewohner Asiens. Turkomanen.

gespannt wird. Beim Eingänge ist die Wohnung, durch eine Mauer, in zwei Theile geschieden, von welchen den linken, größeren, der die Küche enthält, die Weiber inne haben, und der rechte den Männern zur Wohnung dient. Vor dem Eingänge zur Männerwohnung ist ein Verschlag für die Lieblingspferde des Hausherrn. Das andere Vieh sperrt man entweder in Ställe, oder in Berghöhlen ein. Die Bewohner der Ebenen haben zuwei­len Zelte aus Fachwerk, die aber eben so, als die beschriebenen, abgetheilt sind, und Dächer aus Rohr oder Binsen haben. Die reicheren Turkoma­nen haben zum Theil hölzerne Zelte, welche runden Käfigen gleichen, mit wollenen Decken überzogen sind, und von einer Stelle zur andern fortgeschafft werden können. Diese Zelte sind für die Bequemlichkeit der jungen unver- heiratheten Töchter.

Die Hütte, oder das Zelt des Turkomanen, umgeben gewöhnlich drei oder vier kleinere Hütten oder Zelte, in welchen die Ackerbauer (Felahin) wohnen. Diese sind entweder arme Kurden, oder Flüchtlinge aus Dörfern und Städten. Sie sind unterdrückt, und führen ein sklavisches, trauriges Leben, nähren sich fast nur von Wasser und Brod, und erhalten nur Fleisch von solchen Thieren, die krank sind, und ihnen deshalb geschenkt werden. Für ihre Mühe bekommen sie die nöthige Aussaat, und den halben Ertrag der Äcker, und scheinen sich dabei zufriedener und glücklicher zu fühlen, als ihre Herren selbst, da sie beinahe alle Abend, nach vollendeter Arbeit, sich durch Gesang und Tanz ergötzen.

Den Gewinn aus ihren Heerden, Butter und Käse, Wolle, Lämmer und Schafe verkaufen die Turkmanen meist in die Städte. Ihre Pferde werden mit vierhundert bis 500 Piaster bezahlt. Sie sind nicht schön, haben unförmliche Köpfe, sind aber sehr ausdauernd und für gebirgige Ge­genden passend. Ihre Kameele, welche sie zur Fortschaffung der Waaren benutzen, sind vortrefflich, und tragen ihnen viel ein.

Ein mittelmäßig wohlhabender Turkomane hat etwa 4 Pferde, 3 Stu­ten, 6 Kühe, 8 Kameele, 150 Ziegen und 4 oo Schafe. Wohlhabende schla­gen ihr Eigenthum zuweilen auf iro.ooo Piaster an.

In den Zelten der Turkmanen herrscht große Reinlichkeit und Ord­nung. Die Zimmer der Männer sind mit Matten und Divanen geschmückt, und auf der Mitte des Fußbodens steht der immer kochende Kaffeekessel. Die Turkmanen haben doppelt so große Kaffeetassen, als die sonst üblichen.

Waizengrütze ist ihre Lieblingsspeise. Man kocht den Waizcn zuerst, läßt ihn dann an der Sonne trocknen, und mahlt ihn darauf auf einer Handmühle zu Grütze. Die Grütze wird mit etwas Butter oder Öl gekocht,