Bewohner Asiens. Turkomanen. 233
und mit saurer Milch übergössen. Bei Hochzeiten, Beschneidungsfesten und wahrend des Ramadhsans mischt man Fleisch darunter.
Die turkinanischen Männer werfen ihren Pferden am Abend Futter vor, führen ein üppiges Leben, und bringen die Tage mit Tabackrauchen, Kaffeetrinken »nd damit hin, das? sie Besuche machen, oder empfangen. Wenn sie ausgehen, sind sie immer mit Säbel, Büchse und Pistolen be' waffnet. Handwerker gibt es nicht unter ihnen, einige sehr ungeschickte Hufschmiede und Sattler ausgenommen. Alles, was sie sonst nöthig haben, müffen sie aus den Städten kaufen. Ihre Streitigkeiten machen sie unter einander ab, da sie keine Geseükundige haben, ja unter fünfzigen kaum einer lesen und schreiben kann.
Von den Reichen führen einige einen Priester (Faqui oder Im am) als Lehrer für ihre Kinder mit. Die Turkomanen sprechen alle türkisch, und sind Anhänger der Religion Mahomeds, haben aber weder den Koran, noch andere Bücher, und da fast keiner die Gcbetformeln kennt, verrichten sie ihre Andacht im Stillen.
Das weibliche Geschlecht ist meist wohlgebildet und schön, geschmackvoll gekleidet, und viel arbeitsamer, als das männliche. Auf sehr einfachen Webestühlen bereiten die Frauenzimmer Teppiche und Zellgewebe, bedienen sich aber nicht des Weberschiffes, sondern ziehen die Fäden mit den Händen durch. Sie sind im Färben sehr geschickt, halten aber ihre Kunst geheim. Mit Ausnahme des Jndigo's und der Cochenille, bereiten sie alle Farben aus Pflanzen, welche sie auf den Gebirgen Armeniens sammeln.
Junge Mägdchen dürfen mit den Gästen der Ältern sprechen, und die verheiratheten Frauen gehen unverschleiert.
Das männliche Geschlecht heirathet im vierzehnten oder fünfzehnten, das weibliche im dreizehnten Jahre. Fast alle Männer haben nur eine Frau.
Die Turkomanen-Horden sind oft unter sich oder mit den Kurden in Krieg, um Waide-Angelegenhciten. Mehr als drei oder vier Mann fallen aber selten in solchem Kampfe. Straßenräuberei treiben die Turkomanen eben so, wie die Kurden und Araber, gehen aber weniger edel dabei zn Werke, sind nicht aufrichtig, verlässig und ohne Gastfreundschaft.
Wie Drusen.
Die Drusen (in der Einheit Derzi, in der Mehrzahl Dr uz), nach Mohammed Ben JsmaelsZunamen e l Derzi, nicht, wie Manche behaup-

