264 Bewohner Afrika s. Nuba.

Nur in einigen Gegenden beschneidet man erwachsene Jünglinge, aber nicht in Folge von Religionsvorschriften.

Die Nuba rechnen ihr Jahr nach dem Berflussc von zwei Regenzeiten, wobei auf die Zahl der Monate gerade keine Rücksicht genommen wird. Die Monate sind Mondsmvnate, welche in Abtheilungen zerfallen, von denen jede sieben Tage enthält. Es soll (was jedoch nicht sicher ist) die Woche mit dem Dienstage anfangen. DaS Sternbild Orion heißt hierAn- ka reb, und man richtet sich so darnach, daß man beachtet, ob es nach Son­nenuntergang noch sichtbar ist, oder nicht. Ist der Orion nach dem Unter­gänge der Sonne nicht mehr sichtbar, so tritt die Regenzeit bald ein, und wenn alle sieben Sterne des großen Bären am Morgen, vor dem Aufgange der Sonne, über dem Horizonte erscheinen, ist die Regenzeit vorbei.

Gegen das Ende der Regenzeit säen alle Neger in den Gebirgen Kor- dofans Durra, Doghen und Simsim, welche Getraidearten in dem unge- mein fruchtbaren Boden ganz außerordentlich gedeihen.

Im Verhältnisse zu der geringen Bevölkerung ist eine große Boden- strecke angebaut, und so wird jährlich bei der ungeheuern Fruchtbarkeit so viel Getraide gewönnen, daß man für mehre Jahre daran genug hat, was den Menschen um so besser zu Statten kommt, da öfter große Elefanten- heerden, oder zahllose Schwärme von Heuschrecken, weit ausgedehnte Felder verheeren, auch die feindlichen Beduinenaraber sich häufig den Ertrag des bebauten Landes zu eigen machen, oder zerstören.

Ist die Ärnte glücklich eingebracht, so füttert man Schweine und Zie­gen mit dem Getraide, was vom vorhergegangenen Jahre übrig geblie­ben ist.

Pferde und Kameele haben die Nuba wenig, dagegen aber beträchtliche Heerden von Rindern, Schafen und Ziegen, und Schweine in Menge. Die Rinder haben kleine Hörner, und, auf dem Kreuze, eine dicke Speckkeule. Die Ziegen sind klein, haben ganz kleine Hörner, keinen Bart, und kurze Haare.

Die Gewerbe der Nuba stehen auf einer sehr niedern Stufe; sie können sich zwar aus Eisen Waffen schmieden, verstehen aber dieses Metall nicht zu härten. Aus Zinn) das sie ausÄgipten erhalten, gießen sieZierrathen. Leder können einzelne gut zubereiten. Das irdene Geschirr, welches sie machen, ist plump. Grobes Baumwollenzeug machen sie meist nur für das eigene Bedürfniß. Die Nuba arbeiten zwar gern, aber nicht anhaltend; sie sind in ihren Wohnungen und an ihrem Körper sehr schmutzig, hals­starrig, und jähzornig und dienstfertig, und halten das, was sie versprochen.