Bewohner Afrikn's. Fulahs, Mandigo's. 307
Dieses Volk, das bis zum vierten Grad Breite, das Hauptvvlk im westlichen Afrika bildet, wird am untern Senegal auch Foules und Poules genannt. Früher, ehe die Mandingo's ihre Herrschaft so weit ausgedehnt hatten, waten die Fulahs mächtiger. Sie haben gelbbraune Hautfarbe, angenehme Gestchtsbildung, keine ausgeworfene Lippen noch aufgestülpte Nasen, seidenartiges, nicht wolliges Haar, sind von starkem, schönem Körperbau, hängen dem Islam an, besitzen Schulen und Bücher, und rechnen sich selbst zu den Weißen. Sie sind ein sanftes, mildes Volk, lieben Hirtenleben und Landbau, während ihre Nachbarn, die Mandingo's, sich mit Handel beschäftigen, und Herrschaft zu gewinnen suchen.
Ihre Sprache zeichnet sich durch Lieblichkeit aus, und soll das Italische unter den Negerspracheu sein. Eine Mundart derselben ist die Sususprache, die auf der Sierra Leonaküste geredet wird. Die Fulah-Sprache ist die erste Negersprache gewesen, iu welcher mehre kristliche Religionsbücher gedruckt worden sind.
Obgleich Anhänger Mahomcds sind die Fulahs nicht so blutdürstig und unduldsam, als die ander» Muselmänner, und haben Ehrfurcht vor andern Religionen, so daß sie das tiefste Schweigen beobachten, wenn Kristen beten.
Ihre dichterische Sprache verstehen sie gut zu gebrauchen, und tiefen Eindruck dadurch hervorzubringen. Harte Redensarten anderer Völker, so wie heftiger Wechsel der Stimme macht einen widrigen Eindruck auf den Fulah.
Die Ältern und das Alter stehen bei diesem Volke in große» Ehren; man kann den Fulah nicht ärger beleidigen, als wenn man ohne Achtung von seiner Mutter spricht. Das nennt er: ihr fluchen. Wenn ein Mann älter wird, erhält er vor seinem Namen den Ehrentitel Vater: Pa, und die Frau den Ehrentitel: Ma. Die Greise bekommen den Ehrentitel: Jome. Wenn die Susu's Jemand ehrend anreden wollen, so sagen sie: alter Mann (Kammai-Furi), und die würdigste Anrede, welche man Jemand geben kann, ist: alter Großvater (Tannon-Furi).
Die M»in-ingo's
bewohnen das obere Gebiet des Senegal, der Gambia und des Niger, von wo sie sich nach allen Richtungen über die Nachbarländer verbreitet haben, wo sie, wenn gleich nicht die Hauptmasse der Bevölkerung, dos' den

