314 Bewohner Afrika S. Kongo-Neger.
Hütten, die als Küche, Magazine für MaiS »nd Bohnen, oder Stalle für Ziegen und Schweine dienen. — Die Bevölkerung beträgt 6.00» Seelen, mit Einschluß der Sklave», die etwa den vierten Theil davon ausmachen. Die Stadt ist mit einem starken Schutzwalle von Erde und Pfählen umgeben, und in vier Quartiere getheilt. Das Quartier des Jaga, welches den Namen Palast hat, ist sehr groß, mit Pallisaden eingefaßt und auf einen Flußwerder gebaut. Hier befinden sich die Magazine der Regierung, das Zeughaus, und die unter einer schönen Allee von schattigen Bäumen in gerader Linie stehenden Wohnungen der Fraiien des Jaga; ferner ein geräumiger, freier Platz, wo der Jaga Besuche empfängt, und Audienzen ertheilt. Zahlreiche Abtheilungen der Leibwache besetzen stets die Eingänge des Quartiers, in welches dem Publikum nur in gewissen Stunden der Zutritt gestattet wird. Das Quartier der Adeligen ist nicht weit von jenem des Jaga entfernt. Ihre Zahl ist bedeutend, und sie haben alle große Heer- den von Schweinen.und Ziegen, so wie mehre Sklaven. Ihre Häuser sind schöner und mit größerer Sorgfalt gebaut, als jene des Volkes. Kaffanci hat nur drei öffentliche Platze, einen, auf welchem der Jaga Audienz ertheilt, einen in dem Quartiere der Adeligen, und einen, wo die Menschenopfer geschlachtet werden.
Die Einwohner find leidenschaftliche Liebhaber der Jagd, liegen derselben aber nur des Morgens ob; den übrigen Theil des Tages bringen sie mit Verfertigung ziemlich schöner Zeuge zu, die sie aus den Fasern eines Strauches webe», und mit dem Safte aus allerlei Pflanzen auf mannigfaltige Weise färben. Während der Arbeit trinken sie beständig Oualo, der hier berauschender ist, als in den andern Ländern. Die Weiber beschäftigen sich, wie überall, mit dem Ackerbau.
Im südlichen Theile von Kaffanci ist der große Sklavenmarkt, dem die Hauptstadt ihren ausgebreiteten Ruf verdankt. Man kann ihn als die bedeutendste Niederlage von Negern in dem ganzen Landstriche Afrika's ansehen, den ich bereist habe. Hier hört man die verschiedenen Sprachen der entferntesten Völkerschaften, und es ist anfsallend, daß unter so viele», an einem Orte zusammengedrängten Menschen noch nie Aufruhr gegen die Einwohner ausgebrochen ist.
In einigen Distrikten des Staates Kassauge herrscht die merkwürdige Sitte, die Weiber auf Probe zu nehmen, in andern haben hingegen die Weiber das Reffst, die Männer auf Probe zu nehmen; in einigen südlichen Distrikten endlich ist dieses Reffst gegenseitig. Bei mehren, dem Jaga, oder seinen Verbündeten unterworfenen Völkerstämmen ist der Mann

