310 Bewohner Afrika's. Kongo-Neger.

dem Untergänge der Sonne eingestellt, und die Trauerfeierlichkeiten begon­nen. Alle Anwesenden hüllten steh in Linnen, bekränzten ihre Häupter mit Zweigen, und jeder nahm ein zwölf Fuß hohes Rohr in die Hand. Darauf setzte sich der ganze Zug in Bewegung, und Alle schrieen mit lauter Stimme abgesetzte Worte.

Vor dem Hause des Svba's war ein Scheiterhaufen aufgerichtet, bei welchem man eine Ziege schlachtete, deren Blut in einen Kessel gethan, mit Wasser und Palmwein vermischt, und auf das Feuer gesetzt wurde. Wäh­rend das Gemisch kochte, kam ein Zauberer, untersuchte es, und machte murmelnd Zeichen auf den Kessel und auf die Erde. Dann fing er an zu schaudern, und ließ seine Augen im Kreise mild umher rollen, worüber die Umstehenden wohlriechende Kräuter in's Feuer warfen, von denen die aufsteigenden dichten Rauchwolken den Zauberer einhüllten. Als der Zauberer wieder sichtbar wurde, sahe er ganz ruhig aus, sagte, baß er den Geist des Soda mit tausend andern Geistern gesehen habe, und derselbe zu­frieden sei, weil die anderen Geister ihm ihre Huldigung bewiesen hätten, daß er zugleich seinen bisherigen Unterthanen für diese ihm zuletzt erwiesene Ehre danke. Jetzt wurden dem Verstorbenen die Haupthaare abgeschnitten und unter das Volk vertheilt. Die Adeligen rißen dem Svba die Nägel an Händen und Füßen aus, und machten 20 Kugeln aus gelöschtem Kalk, in deren jede ein Nagel mit dem Blutstropfen, welche aus den Wunden quollen, geknetet wurde. Nachdem die Sobamütze abgenommen war, um sie über dem Grabe aufzuhängen, wurden dem Todten die Augen geschloffen, und die Augenlieder mit Dornen zusammen geheftet. Die Arme des Leich­nams befestigte man so an den Körper, daß zu jeder Seite des Kopfes eine Hand zu liegen kam, so daß der Daumen sich unter dem Kinne, und der kleine Finger sich dicht an dem Auge befand. Auf die Mitte des Leibes wurden die Götzen gelegt, welche er am meisten verehrt hatte. Die Beine wurden so krumm gebogen, daß die Fersen den Hintern berührten, das blaue Tuch, auf welchem er lag, über dem Bauche zusammengeschlagen und der Leichnam vorsichtig in ein, an vier Pfählen befestigtes, Netz, in welchem er zur Grabstätte getragen werde» sollte, gelegt. Nachdem eine Menge Harzfackeln angezündet worden, setzte sich der Zug in Bewegung. Die Trommler, welchen die Musikanten folgten, gingen voraus, dann kamen viele, mit Lanzen bewaffnete Neger, hinter denen die Adeligen ein- herschritten. Söhne und Neffen des Gestorbenen und eine große Menge von Leidtragenden machten den Schluß.

Unterdessen wurden die Wittwen des Svba's von den Weibern nach