Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichs-Jnsesn. 337
häufig unrichtig Owahn, oder Wvahu und Woahoo geschrieben wird). Im Jahre 1817 war er Beherrscher sämmtlicher Sandwichs-Eilande.
Bancvuver ließ diesem Häuptlinge ein verdecktes Schiff bauen, wodurch er bedeutend an Macht gewann. Dafür trat Tamehameha unter den Schutz des Königs von Großbritannien.
Mit der Zeit, als diese Inseln und Tamehameha's Karakter bei den seefahrenden Völkern Europa's bekannter wurden, vermehrten sich die Seefahrten »ach diesen Eilanden, und es bildete sich daselbst ein neuer Marktplatz, auf welchem man die Erzeugnisse dieser Inseln mit spanischen Dollars und mit europäischen Kleidungsstücken bezahlte. Der König beredete mehre Europäer, sich auf seiner Hauptinsel niederzulassen, kleidete sich selbst auf europäische Weise, welcher neuen Mode seine eingebvrnen Häuptlinge folgten.
Die Hauptstadt der Sandwichs-Jnseln zu beschützen, wurde ein Fort angelegt, und mehre Eingeborene wurden mit dem Gebrauche des Feuergewehres bekannt gemacht. So füllte sich der Hafen von Honoruru bald mit Schiffen verschiedener Völker, so daß diese Stadt heut zu Tage einer europäischen Kolonie ähnlich sieht.
Das Sandelholz, welches auf den Gebirgen dieses Eilandes wächst, bietet einen nicht unbeträchtlichen Handelsartikel dar. Besonders häufig wurde es nach China verkauft, und man erhielt dagegen die Waaren dieses Landes, was noch jetzt der Fall ist. Für dieses werthvolle Holz kaufte Tamehameha mehre Schiffe, und versuchte es, mit seiner eigenen Flagge nach Kanton zu fahren. Da aber seine Leute die, in China üblichen, Formen nicht beobachteten, und von den Chinesen betrogen wurden, gelang die Unternehmung nicht, und die Nvrdamerikaner betrieben jetzt diesen einträglichen Handel.
Zwei engländische Matrosen, welche der König beredet hatte, bei ihm zu bleiben, waren ihm sehr nützlich. Er vergalt dagegen ihre Dienste reichlich, schenkte ihnen Ländereien, und erhob sie zu Häuptlingen, wofür sie sich gegen ihren Wohlthäter so dankbar bewiesen, und so musterhaft betrugen, daß Alle, welche die Insel besucht haben, mit vieler Achtung von ihnen reden. Einer von ihnen (Tavis) ist i8«8 gestorben; der andere lebte vor io Jahren noch, in einem Alter von 82 Jahren.
Tamehameha selbst ist i8is in einem Alter von 63 Jahren gestorben. Er hat sein Volk aus der Barbarei gerissen, und in kurzer Zeit in der Kultur so weit voran gebracht, daß man sich darüber wundern muß, und es sehr natürlich findet, wenn seine Untergebenen seinen Verlust tief betrauerten, mehre seiner vertrautesten Freunde sich nach der Landessitte
K. F. B. Hoffmann s Völkerkunde. 22

