338 Bewohner Australiens. Bewohner der Sandwichs-Jnseln.

selbst ermordete», mehre seiner Unterthanen sich verstümmelten, oder die Vorderzähne ausschluge». In den Morai's opferten die Priester bei Gele­genheit dieses Todes mehre Menschen.

Tamehameha's Sohn und Nachfolger Rio-Rio berieth sich mit den Häuptlingen, kurz nach dem Tode seines Vaters, und lieft, als er die Ein­willigung derselben erhalten hatte, alle Morai's zerstören, und verkündigte die Religion der Fremden, welche er damals noch nicht genau kannte, als Staatsreligion.

Bald nachher ließ er die Götzenbilder verbrennen, und schaffte die Hei­ligkeit und Unverletzbarkeit mancher geweihten Orte (Taboo, oder Tabu), als z. B. der Gottesacker, und damit zugleich viele grausame und schänd­liche Gebräuche ab.

Tamehameha würde vielleicht diese Religionsveränderung schon haben eintreten lassen, wenn er nicht besorgt hätte, dadurch an lluumschränkt- heit seiner Macht einzubüßen. Denn die Menschenopfer, welche früher erlaubt waren, und wodurch er sich leicht lästiger Individuen entledigen konnte, gaben ihm, mit dem Schrecken und Aberglauben gepaart, treffliche Mittel an die Hand, unwillkührlich zu herrschen.

Da zu der Zeit, als der Götzendienst aufgehoben wurde, sich noch keine Missionäre auf den Sandwichs-Jnseln befanden, lebte man, beinahe ein Jahr lang, ohne Religion.

Im Jahre 1820 wurden die ersten Bewohner der Sandwichs-Jnseln von nordamerikanischen Missionären zum Kristenthume bekehrt.

Rio-Rio, welcher große Lust hatte, Großbritannien, das Land, aus welchem er so viel Schönes zu sehen bekam, kennen zu lernen, reiste mit seiner Gemahlin dahin, wo beide starben, und von wo ihre Leichname auf einem königlichen Schiffe in die Heimat gebracht wurden.

Schon ehe Tamehameha starb, waren zu Oahu viele Häuser auf euro­päische Weise gebaut, und er hatte Schiffe, Waffen und Schieftbedarf für Sandelholz eingekauft. Durch den Verkehr mit den Fremden haben die Eingeborenen des Landes Vorliebe für Luxus-Artikel und Putz erhalten.

Schon vor 12 Jahren hatten sich in Oahu mehre angesehene Kaufleute aus Amerika niedergelassen, bei welchen man alle gewöhnlichen Fabrik­waaren Nordamerika's, chinesische Waaren, und zugleich beinahe alle für das Schiffswesen nöthigen Artikel vorräthig fand. Es waren damals, als Ka­pitän Beechey diese Inseln besuchte, in der Stadt 2 Gasthöfe vorhanden, in welchen man täglich für einen Dollar ganz anständig leben konnte. Es gab 2 Billardzimmer und schon ein Dutzend Branntwcinschenken. In den