Bewohner Australiens. Bewohner der Gescllschafts-Jnseln. 37l

Gleich nachdem die Königin das Verdeck betreten, übergab sie Beechey, im Namen des jungen Königs, der sich in der Missionärschule zu Eimeo befand, die Geschenke, wofür er sich, als für Zeichen ihrer großen Frei­gebigkeit bedankte. Als die Gäste versammelt waren, lud Beechey sie zum Frühstück in die Kajüte ein. Die Regentin wollte aber vorher, daß das ganze Geschenk an einer besondern Stelle des Verdeckes aufgestellt würde, damit man einen desto größeren Begriff von ihrer Freigebigkeit erhielte. Als ihr dieser Wunsch gewährt war, führte sie Beechey zu dem Haufen, und lobte ihm die Vorzüglichkeit der Früchte.

Das Frühstück war unterdessen kalt geworden, und es entstand nun noch eine Schwierigkeit dadurch, daß Aimatta, die Schwester des Königs, nicht zugeben wollte, daß in ihrer Gegenwart noch eine andere Frau essen dürfe. Endlich gab sie den Vorstellungen nach, da man ihr erklärte, daß es den Lehren der Missionäre entgegen sei, wenn sie die königlichen Vor­rechte bei dieser Gelegenheit geltend machen wollte. Kurze Zeit konnte man an Aimatta Unzufriedenheit sehen; doch wurde sie bald wieder mun­ter, und es theilte sich ihre Heiterkeit der ganzen Gesellschaft mit.

Den Tag über kamen mehre .Häuptlinge, welche in Reisehemden ge­kleidet waren, und Strohhüte aufhatten, an Bord. Sie waren sämmtlich vo» hohem Wüchse und zeichneten sich durch adeligen Anstand aus. Auch hier scheint, wie oben S. 363 bemerkt worden, die Klaffe der Häuptlinge einem andern Menschenschläge anzugehören, wie es bei der Regentenfamilie auf den Sandwichsinseln der Fall ist, da es ohnehin höchst wahrscheinlich ist, daß die Bewohner der Sandwichsinseln und der Gesellschafts-Inseln in früheren Zeiten schon mit einander in Verbindung standen, und daS eine Volk vielleicht vom andern abstammt. Die Annahme Beechey's, daß der Schlag der Häuptlinge vielleicht dadurch sich sehr von den übrigen Be­wohnern unterscheide, weil man vielleicht nur die größten und kräftigsten Kinder am Leben gelassen, die schwachen und gebrechlichen aber getödtet habe, wozu noch die bessere Nahrung der Bevorzugten kommt, hat aller­dings sehr Vieles für sich; doch ist es wahrscheinlicher, daß die herrschenden Familien einem stärkeren, kräftigeren Volksschlage angehörten, welcher in vorgeschichtlichen Zeiten erobernd auftrat, den schwächeren Schlag besiegte, die Herrschaft behauptete, und so sich rein erhielt. Auch auf O-taiti ist die Meinung vorherrschend, daß die Größten und Kräftigsten die Herrscher sein müßten, und die Besuchenden waren darüber erstaunt, daß der Zahl­meister, der größte Mann auf dem Schiffe, nicht auch zugleich Befehls­haber sei.