Bewohner Australiens. Bewohner der Frcundschafto'-Jnseln. 37V

sind, kann man doch einige dieser Inseln vom Meere aus, in einer Ent­fernung von 1520 Meilen, wahrnehmen.

Da die regelmäßig herrschenden Winde die Hitze mindern, ist das Klima sehr mild. Süßes Wasser findet man nicht häufig, und vielleicht hat die Insel Tonga-Tabu keinen eigentlichen Bach, wenn gleich man bei einer geringen Tiefe trinkbares Wasser findet.

Das ganze Land steht unter einzelnen Häuptlingen, welche von einander unabhängig, und keinem Hoher» Unterthan sind. Am angesehensten ist der, welcher durch persönliche Tapferkeit und Kraft vor den Andern sich aus­zeichnet, und die meisten Krieger zu stellen vermag.

Die Bewohner dieser Eilande sind im Durchschnitte groß und von schönem, regelmäßigem Wüchse, muskulös, fleischig, ohne so dick zu sein, wie die Bewohner der Gesellschafts-Inseln. Nur an einigen Häuptlingen bemerkt man, daß sie etwas zu wohl beleibt sind. Bei den Gesichtszügen der Einzelnen findet man eben so große Unterschiede, als in Europa, und wenn die Kupfer in Dumont d'llrville's Reise nicht etwas fantafirt und naturgetreu sind, so ist die Geslchtsbildunq der Bewohner von Tonga-Tabu sogar hübsch zu nennen. Viele von ihnen haben glatte Haare, nicht sehr dicke Lippen, und an mehren sieht man gebogene Nasen. Die Augen sind etwas schmal, aber schiefliegend. Die Hautfarbe, besonders der Vor­nehmen, ist nicht sehr dunkel, und ungefähr so, wie bei den Bewohnern des südlichsten Europa's. Unter den vornehmen Frauen höheren Ranges findet man Personen, welche auf das schönste gewachsen sind, beinahe ganz weiße Farbe haben, und mit den vollkommensten Formen die feinsten Züge und den edelsten Anstand vereinigen. Sie sind so regelmäßig gewachsen, daß sie den Künstlern als Musterbilder dienen können. Nur das läßt sich an ihnen aussetzen, daß sie zuweilen etwas zu dicke Beine und Füße haben. Diese Schönheit der Bewohner ist um so mehr auffallend, als die Bewoh­ner des benachbarten (westlich liegenden) Fidji-Archipels der schwarzen Raffe angehören, und krause Haare haben.

Im Allgemeinen haben die Tongaer eine gute Gesundheit; doch be­kommen sie zuweilen eine Art Aussatz, die in's Krebsartige übergeht, und nicht selten in giftige Geschwüre ausartet.

Wenn die Tongaer mit Europäern in Verkehr treten, zeigen sie sich zu Anfang von ihrer besten Seite, und erscheinen so als liebenswürdige freundliche Menschen; wenn man aber einige Zeit mit ihnen umgeht, findet man, daß sich in ihnen die entgegengesetztesten Eigenschaften des Karakters vereinigen. Gastlich, gefällig und großmüthig sind sie, zugleich habsüchtig,