384 Bewohner Australiens. Bewohner der FreundschaftS-Jnscl».

In einem gesellschaftlichen Verbände, wie der zu Tonga-Tabu bestehende, wo alle von der Nothwendigkeit durchdrungen sind, ihren Vorgesetzten ge­horchen zu müssen, und glauben, eine diesen unangenehme Handlung werde von den Göttern selbst als eine Beleidigung aufgenommen, ist es leicht einzusehen, daß daselbst von richtigen Vorstellungen über Verbrechen und Strafbarkeit nicht die Rede sein kann; Alles beschränkt sich auf einen leidenden Gehorsam von Seiten der Untergebenen gegen ihre Obern, und ein vorsichtiges Betragen von Seiten der Häuptlinge, damit keine Ursache zu gegenseitiger Unzufriedenheit gegeben werde. Die Häuptlinge rufen zu­weilen ihre Unterthanen zur Ordnung zurück, oder bestrafen sie für gewisse Vergehen mit Stockprügeln, die sie ihnen eigenhändig geben, oder durch ihre Matabulai's aufmessen lassen. Für schwere Verbrechen bringt man sie, ohne Mitleid, um.

Diese Fälle kommen aber selten vor, und finden nur Statt, wenn die Häuptlinge oder gar die Götter sehr schwer beleidigt worden. Wenn zwei Egui's gerechte Klagen gegen einander zu haben glauben, schlichten sie ihre Angelegenheit häufig durch Zweikampf. Sie schlagen sich mit großer Er­bitterung, und die Kämpfenden befinden sich oft am Ende des Gefechtes in einem schrecklichen Zustande.

Selten mißbraucht der Sieger den errungenen Vortheil und Versöhnung bildet gewöhnlich den Schluß dieser Zweikämpfe.

Da die Frauen aus den Tonga-Inseln einer vernünftigen Freiheit genießen, und das Recht haben, ein, ihnen lästiges, Bündniß aufzuheben, kommen hier die auf Neuseeland so häufigen Händel wegen ehelicher Untreue nicht vor; und es ist selten, daß ein Oberhaupt das andere wegen ähnlicher Ur­sachen zum Zweikampfe fordert.

Wohnungen.

Sind auch die Wohnungen dieser Naturmenschen nicht so hübsch, als die Häuser der Einwohner von O-taiti, sind sie doch reinlich und fest gebaut. Im Allgemeinen sind sie eirund, haben 30 Fuß Länge, 20 Fuß Breite und 12 bis 15 Fuß Höhe, wenn sie Oberhäuptern gewissen Ranges gehören. Die Hütten der niedrigeren Leute sind viel kleiner. Eigentlich besteht das Ganze aus einem Gerüste von Pfählen und Balken, welche sehr künstlich zusammengefügt und mit Nageln von Kvkos zusammengenagelt sind. Auf beiden Seiten reicht das Dach bis aus vier Fuß auf die Erde herab, an den beiden Enden berührt es aber den Boden. Dieses Dach ist bei den ausgezeichnetsten Häuser» aus Blättern von Zuckerrohr, und kann sechs