*) Kava oder Ava ist ein, aus einer Pfefferart bereiteter, und mit Wasser gemischter Saft, welchen die Bewohner der Südsee-Jnseln sehr gerne genießen, und der ähn­liche Wirkungen hervorbringt, wie die geistigsten Getränke der Europäer. Wie man in Europa verschiedene Liköre bereitet, macht man auf Tonga-Tabu verschiedene Arten dieses Schnapses.

386 Bewohner Australiens. Bewohner der Freundschafts-Jnscln.

Vornehmen nehmen dann Kava *). Um ein oder zwei Uhr Nachmittags ißt man zn Mittag, und bei Sonnenuntergang Abenddrod.

Blatter hat man, an Statt der Teller, und selbst bei großen Mahlzeiten essen selten zwei oder drei miteinander, sondern jeder lebt für sich auf seine eigene Hand. Das weibliche Geschleckt ist von den Mahlzeiten der Män­ner nicht ausgeschlossen, doch ist's verboten, vor einer Person höhere» Ran­ges zu essen und zu trinken, und Niemand darf vor dem Tui-Tonga essen.

Kleidung

Die Kleidung der Männer besteht, wie die der Frauen, aus einem Stücke Zeug, oder einer Matte, welche bei 6 Fuß Breite, 6 oder 8 Fuß Länge hat, und die man anderthalbmal um die Hüfte so wickelt, daß sie durch einen Gürtel gehalten wird. Nach vorncn ist also diese Kleidung verdoppelt, und fällt, gleich einem Rocke, bis auf die Mitte der Schenkel. Der obere Theil bildet mehre Falten, die, wenn das Zeug auseinander ge­wickelt ist, über die Schultern geschlagen werden könnten, welche fast immer bloß getragen werden. Die Frauen pflegen in der Regel ihren Busen zu bedecken, die Männer aber tragen die Brust offen. So kleiden sich die Vornehmen von beiden Geschlechtern; die gemeinen Leute haben ein großes, aber weites Stück Zeug um, manchmal nur eine Schürze, oder ein einfaches Blatt, um die zu verhüllenden Theile damit zu verbergen. Bis in das siebente oder achte Jahr gehen die Knaben ganz nackt, oder tragen höchstens einen Marro. Die kleinen Mägdchen pflegt man schon in den früheren Jahren anzukleiden. Männer und Frauen tragen zuweilen eine Mühe, manchmal wickeln sie ein Stück Zeug in Gestalt, eines Turbans, um den Kopf, nach Weise der Einwohner der Fidji-Jnseln; manchmal begnügt man sich mit einem Sckilde von KvkvSblättern, um die Augen gegen die Sonnenstrale» zu schützen. Dem Kopfputze wenden einige viel Zeit zu, und jeder scheint ihn nach seinem Geschmacke zu ordnen. Einige lassen ihre Haare lang wachsen und herabhängen, andere schneiden sie ganz kurz, und wieder andere lassen sie an bestimmten Stellen des Kopfes stehen. Sie sckmieren dieselben mit Pomade und allerlei andern fetten Dingen ein, und geben ihnen mit