Tag der Feierlichkeit anbricht, ist Alles in Bewegung. Die Kinder werden auf Tragstühlen, die mit Goldpapier, Blumen und Bändern geziert sind, von einer Ehrenwache und Musik begleitet, durch die Hauptstraßen getra­gen. An mehren Stellen spielen dann die Rongin, man feuert mit kleinen Kanonen und Gewehren, brennt Raketen ab u. s. w. Das zur Operation bestimmte Zimmer ist von Wohlgerüchen erfüllt, und die Ren eh Du kum sind mit einigen Priestern zur Beschneidung und Verpflegung der beschnit­tenen Kinder da. In einem nahen Gemache befinden sich eine große An­zahl von Priestern und andern Geistlichen, welche, unter Begleitung einer sanften, melancholischen Musik, Sprüche aus dem Koran singen.

Alle in der Nähe wohnenden Europäer werden gewöhnlich vvm Ober­haupte zum Abendessen eingeladen, und auf's Beste bewirthet. Eleganz und sorgfältige Bedienung sind so ausgezeichnet, daß die vornehmsten Stan- despersvnen, von beiden Geschlechtern, gerne dabei erscheinen, obgleich die

412 Bewohner Australiens. Bewohner von Java.

kleinere Zahl Parforce-Zäger, welche Pamattangs genannt werden, und, bei vorkommenden Gelegenheiten, auch Kriegsdienste thun.

Fischerei wird als ein Nahrungszweig und auch zum Vergnügen be­trieben. Wenn die Regenten sich nach den Flüssen begeben, um die jähr­lichen Fischereien anzufangen, werden sie von großen Menschenschaaren begleitet. Man dämmt schnell das Flußbett ab, und verschließt sorgfältig alle Ausgänge, wodurch nur wenige Fische der allgemeinen Behendigkeit entgehen. Da eine solche Lustbarkeit einige Tage dauert, fängt man eine außerordentliche Menge von Fischen. Am Ufer errichtet man Hütten, rei­nigt die Fische und hängt sie zum Trocknen auf.

Gcburtsfeierlichkeite».

Ehe ein Kind geboren ist, bemüht sich der hoffende Vater, seine Dank­barkeit gegen das höchste Wesen durch eine öffentliche Lustbarkeit zu bezeugen. Beschnitten werden die Kinder in der Regel zwischen dem sechsten und zwölften Jahre, und dann wird eines der vorzüglichsten Feste gefeiert. Um die Kosten der öffentlichen Spiele zu vermindern, vereinigen sich meist mehre Familien miteinander. Wenn die Kinder eines Oberhauptes dabei sind, so findet ein allgemeines Volksfest Statt, das mehre Tage dauert. Die Unterthanen kommen dann in Zügen von hundert bis zweihundert Personen, aus einem Umkreise von ro bis 12 Stunden, herbei, bringen Ge­schenke aller Art, welche sie, unter Musik und Gesang, zum Hof (Dalm) geleiten. Selbst die Ärmsten bringen ihre Gaben dar, und wenn es auch nur einige Pisangs, Kokosnüsse oder einiges Geflügel wäre. Wenn der