anzünden, so stellen sich mehre von ihnen in einen Kreis, reiben in einem Loche, das in einem Brette gemacht ist, ein Stück Holz schnell, und lösen einander ab, da diese Arbeit schwer ist. Siedendes Wasser kannten die Eingeborenen nicht. Einst, als die Engländer Fische sotten, wollte einer der Wilden, in Abwesenheit der Engländer, davon nehmen, und wunderte sich sehr darüber, daß er sich die Hände verbrannte.

Leichenbegängnisse.

Junge Leute pflegt man nach dem Tode zu begraben, alte verbrennt man. Bei Krankheiten singt man, und haucht die kranken Stellen an. Den eingetretenen Tod verkündigen die Weiber durch Geheul. Beim Beer­digen greifen sich ein Paar Männer, ohne vorausgegangene Herausforderung, blos der Zeremonie wegen, mit Keulen an, und die Weiber schlagen auch auf einander los. Dazu wirft man einige Speere. In der Nacht bleibt ein Freund bei ber Leiche sitzen, und alle Übrigen, welche der Feierlichkeit beiwohnen, beobachten das tiefste Stillschweigen. Um ein Uhr Morgens sangen die Weiber wieder an zu schreien, was eine zeitlang währt. Beim Anbruche des Tages wird eine Piroge herbeigebracht, und davon so viel abgeschnitten, bis sie die rechte Länge hat, um als Sarg dienen zu können; bann legt man den Leichnam, nebst einer Lanze und Harpune hinein, und thut einen Wurfstock, und eine Leine dazu. Bei diesen Vorkehrungen schreien Frauen, Jünglinge und Kinder, die Männer aber sind ganz still. Darauf trägt man den Todten an das Grab, zeigt ihn den Kindern, und legt ihn, der Länge nach, zuerst auf den Rücken, dann auf die rechte Seite, hinein. Damit die Sonne das Grab von allen Seiten bescheinen könne, schneidet man ringsumher alles Gesträuch ab, welches etwa Schatten machen könnte. Die Zuschauer dürfen den Namen des Gestorbenen nicht nennen. Beim Verbrennen der Leichen macht man auf der Stelle, wo dieses geschehen soll, eine drei bis vier Zoll tiefe Grube, in welche man Reiser und kleine Stan­gen legt, die man rund umher mit großen Hvlzstücken umgibt. Wenn der Holzstoß etwa drei Fuß hoch ist, streuet man Gras auf den Scheiter­haufen, legt den Leichnam darauf, und häuft auf diesen einige große Holz­stücke. Hierauf wird das Holz angezündet und die Theilnehmenden ent­fernen sich viel früher, als es ausgebrannt ist. Am Tage darauf wird die Asche gesammelt. Zuweilen begräbt man kleine Kinder mit den Müttern, wenn man keine Amme für sie finden kann. Anderweitige

Sitten und Gebräuche

sind die folgenden: Wenn die Kinder vier bis sechs Wochen alt sind, gibt

424 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuhvlland.