426 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuholland.

Wanden werden von den Frauen als Ehrenzeichen angesehen. Von den Weibern werden diese Beleidigungen selten gerächt, und wenn der Zank vorbei ist, ist auch das gute Einverständniß wieder hergestellt. Die Männer sind nicht mit einer Frau zufrieden, werden dafür aber auch oft von ihren Weibern umgebracht. Die Frauen sind hier beständig sehr eifersüchtig auf einander. Es scheint nur die erste Frau die eigentliche Frau, die zweite dagegen blos Magd z» sein. Schamhaftigkeit findet man hier nicht bei den Frauen, denn sie gehen vor allen Männern ihres Stammes, wie sie Gott erschaffen hat.

Rcgierungsform.

Bei den Eingeborenen von Neuholland waren die Ältesten die Ober­häupter der Familien, und wurden Biannai (Vater) genannt. Wenn die Väter sterben, so sorgen die nächsten Verwandten oder die Freunde des Gestorbenen für die zurückgebliebenen Waisen.

Die Familien unterscheidet man durch den Namen ihres Wohnortes, welchem man die Silbe Gal anhängt, z. B. Guia-Gal, Kemmirai- Gal u. f. w.

Pewohner -es wefilidjen Theils von Neuholland.

Im südwestlichen Theile von Neuholland gleichen die Eingeborenen den oben beschriebenen von der Ostküste sehr. Sie haben kein anderes Kleid, als einen Mantel von Kängurufell, der über die Schultern geworfen wird, und beinahe bis an die Kniee reicht. Die Männer verzieren den Kops mit Federn und Hundsschwänzen, und winden das Haar, wenn sie es lang tragen, rund um den Kopf. Das Haar der Weiber ist kurz abgeschnitten, und sie tragen keine Zierrathen. Den Leib schmieren sich beide Geschlechter mit rother Farbe ein.

Wenn sie trauern, malen sie sich einen weißen Streifen über die Stirn und Backenknochen.

Hier ist das Bemalen des Körpers nicht Kriegszeichcn, wie auf der Ostküste, sondern es geschieht den Leib zu schmücken.

Die Anwohner der Seeküste wandern den Winter in das innere Land; die Bewohner des Binnenlandes dagegen kommen, zur Zeit des Fischfanges, an die Küsten.