neu und gebrauchen lernten.
Häufig sitzen die Häuptlinge im Hofe ihrer Hütten, von ihrem Volke umgeben, in Gesellschaft ihrer Frauen, und unterhalten sich. Ost kommen auch die Häuptlinge unter sich zusammen, kauern sich im Kreise herum, und unterhalten sich von ihren Reisen, von den Thaten ihrer Väter und ihren eigenen, oder von Ackerbau, Handel und Religion. Das Wort erhält einer nach dem andern, und selten unterbricht man ihn in seiner Rede.
Sind die Kinder fünf oder sechs Jahre alt, so nehmen die Väter sie auf den Schooß und lassen sie an den wichtigsten Berathungen Theil nehmen. Auf diese Weise werden die Kleinen schon frühe gewöhnt, über verschiedene Gegenstände nachzudenken.
Das weibliche Geschlecht ist viel thätiger, als das männliche, bauet das Land, liest die Muscheln auf, und sorgt im Hause für Lebensmittel und Wasser, bereitet den Hanf und macht die Matten daraus.
Gewöhnlich werden zwei Mahlzeiten, die erste bei Sonnenaufgang, die andere kurz vor dem Untergänge der Sonne gehalten. Die Weiber dürfen mit den Männern essen, wenn gleich es auch zuweilen vorkömmt, daß sie, ihrer Bequemlichkeit wegen, zuweilen für sich allein essen. Sklaven dürfen nicht mit Freien essen. Nicht nur das gemeine Volk, sondern auch die niedrigsten Adeligen (Rangatira's) essen, was sie gerade haben, um ihren Hunger stillen zu können. In den Häusern der höheren Häuptlinge müssen Sklaven die Speisen auftragen, und jede Familie erhält ihre Portion in einem besonderen Korbe, den man nur einmal gebraucht. Niemand darf von der Portion seines Nachbarn essen. Fremde, welche eingeladen werden, nehmen das, was sie nicht essen können, mit sich. Sind große Gastgelage,
436 Bewohner Australiens. Bewohner von Neuseeland.
dagegen ist es eine Lieblingsbeschäftigung, verschiedene Gegenstände aus Holz, Stein, Perlmutter oder Knochen (als z. B. Keulen, Flöten, Kästchen) zu machen. Alle diese Arbeiten verfertigen sie mit Darlegung vieler Geschick- lichkeit, und man muß ihre Anstelligkeit noch mehr bewundern, wenn man bedenkt, daß sie das Meiste schon zu machen wußten, ehe sie das Eisen ken-
so erhält eine Person gewöhnlich eine Portion Patatcn oder Kartoffeln und Fische oder Schweinefleisch dazu. Die Sklaven reichen, von Zeit zu Zeit, Kürbisse mit Wasser herum. Bei dieser Art zu trinken hat man weder Gläser noch Becher, darf aber den Rand der Kürbisse nicht mit den Lippen berühren, sondern läßt das Wasser aus einer geringen Entfernung in den Mund hineinlaufen. An Statt der Schüsseln bedient man sich der Farren- krautblätter, und die Slclle der Gabeln vertreten die Finger. Im Verkehre mit Europäern gewöhnen sich die Neuseeländer bald.an den Gebrauch

