Bewohner Australiens. Bewohner von Ncnseeland. 435

DeS kälteren Klima's halber baden die Neuseeländer sich weniger als viele andere Eilandsbewohner der Südsee, und sind deshalb nicht so rein­lich als diese, und haben oft ekelhaftes Ungeziefer, welches die Frauen gerne genießen, wenn sie es ablesen.

Sowohl Männer als Weiber schmücken ihre Haare nicht selten mit Haifischzähnen, Muscheln und andern Kleinigkeiten, welche sie von den Europäern erhalten, oder mit kleinen Stückchen Holz. Schon in der frühe­sten Kindheit werden die Ohren durchstochen, und mit allerlei Gegenständen, die man gerade besiht, geziert. Die Zähne von einer Haifischart bilden die kostbarsten Ohrgehänge, und dürfen nur von Personen von gewissem Range getragen werden. Sklaven dürfen diese Zirrrathen nicht benutze», und die Leute, welche dergleichen haben, bilden sich viel darauf ein, und vertauschen sie nicht, wenn man ihnen auch sehr merthvolle Gegenstände dafür bietet. Getrocknete Seepferdchen werden auch als Ohrgehänge angewendet.

Halsbänder aus Bein, Korallen und Rohr wissen viele sehr geschickt zu verfertigen. Von ausgezeichneten Feinden, welche man tobtet, pflegt man den Schmuck dem seinigen hinzuzufügen.

Die Armspangen, welche man zuweilen trägt, pflegen gewöhnlich mit den Halsbändern aus demselben Stoffe zu sein. Der Mere ist das Kenn­zeichen der Krieger Neuseelands, welches sie immer an einer kleinen Schnur an der rechten Faust tragen. Es besteht aus einer kurzen eiförmigen Keule aus Granit, Serpentin, Basalt oder Fischbein.

Auch hier ist, wie auf den andern Inseln der Südsce, Sitte, den Körper und die Haare mit Fischthran einzusalben. Außerdem beschmieren sie sich das Gesicht oft mit Ocker.

Immer, wenn die Krieger in den Kampf ziehen, binden sie ihre Haare auf dem Wirbel zusammen, schmücken sie mit weißen Federn, und bestreichen den ganzen Leib mit rothem Ocker.

Beschäftigungen.

Bei ihren Beschäftigungen und Mahlzeiten binden sich die Neuseelän­der nicht an gewisse Stunden, sondern sie essen, schlafen und arbeiten, wenn und so lange sie gerade Lust dazu haben. Die Hauptsorge des Häuptlings oder seines ersten Statthalters ist die Sorge für die Vertheidigung des eigenen Bodens. Die andern Nangatira's beaufsichtigen den Anbau ihrer Felder, und helfen mit ihren Weibern häufig eigenhändig mit. Diese Be­schäftigung erfordert aber nur einen kleinen Theil des Tages, weil die Pflanzungen nie groß sind. Fischerei und 2«fld treibt man nicht stark,

28 *