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Kind. Die Schule, welche sie durchgemacht haben, ist nicht spurlos an ihnen vorübergegangen. Die jetzige Generation ist in Blut und Gräueln aufgewachsen und da verlernt sich wohl das, was man sonst Galanterie nannte. Aber den­noch hegen sie Achtung vor den Frauen; ich selbst bin schon in den Fall gekommen, dies zu erproben.

Luise. Ich wünschte nie in den Fall zu kommen; ich möchte nie einem Franzosen allein gegenüberstehen, so lange sie noch als Feinde in unserm Lande sind.

Frau von Strehlen. Ich gebe Dir die Erlaubniß, Dich zu verbergen, wenn wir, einsam wie wir jetzt sind, von Einquartierung heimgesucht werden sollten.

Luise. Dann verließe ich Dich gewiß nicht; Deine Tochter würde dann beweisen, daß sie es werth sei, Deine

Tochter zu heißen. (Sie bückt plötzlich auf und eilt an das Fenster).

Aber sieh nur, wie dort wieder der Feuerschein den Hori­zont röthet. Es ist schrecklich. Es müssen in jener Rich­tung wieder Gefechte stattgehabt haben; den ganzen Tag über vernahm ich schießen erst vor wenigen Augenblicken hat es aufgehört.

Frau von Strehlen. Das sind die Häuser an der Waldhöhe, die standen allein, wie unser Schloß.

Luise. Ich schaudere! Wie unser Schloß, sagst Du, dessen Besatzung in zwei Frauen besteht in jenen Häu­sern waren vielleicht an zwanzig Menschen, Bauern und Knechte.

Frau von Strehlen. Die Häuser lagen am Wege; vielleicht bewegte sich gerade dort herum das Gefecht.

Luise. Run brennen sie einmal und die armen Be­wohner sind vertrieben, wenn's ihnen nicht noch schlimmer ergangen ist.

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