215
Die Meisterin (»°m Bügel» aufschauend). Ei, da stnd wir am Ende gar wohl die Reichsten!
Meister Strack. Das sind wir auch. Wir haben unser warmes Zimmer und etwas Warmes zu essen.
Die Meisterin. Ja, das ist wahr! Ich bin auch zufrieden, lieber Mann, und danke Gott dafür, wenn's nur
nicht schlechter kommt. (Sie legt die gebügelte Wäsche säuberlich in eine»
Korb). Wenn wir nur erst so weit wären, etwas für Krankheitsfälle erspart zu haben.
Meister Strack. Wir haben Gottlob sechs Hände und Alle zugleich werden wir ja wohl nicht krank werden.
Die Meisterin. Wo nur Fritze bleibt! Die Schule muß doch schon lange aus sein und der Junge soll mir die Wäsche forttragen helfen.
Friederike. Gewiß ist er wieder auf's Eis gegangen.
Die Meisterin. Und habe es ihm so streng verboten! Das Eis ist noch so dünn — ein Unglück ist leicht geschehen.
Friederike. Er schwimmt gut, Mutter.
Die Meisterin. Da hilft ihm sein Schwimmen zu nichts; wenn er unter das Eis geräth, so ist er verloren. Ach Gott, wenn ich mir nur das Unglück denke, so möcht' ich vergehen vor Sorge.
Meister Strack. Nun, nun, sei nur nicht gleich ängstlich. Wer weiß, ob er auf's Eis gegangen ist, und wenn er es gethan, so wird er auch nicht gleich eingebrochen sein. Die Jungen sind einmal so; hab's auch nicht besser gemacht. Ist der Teich einmal gefroren, so sind sie nicht zu halten. Unser Fritz macht's nicht nur allein so. Die Kinder der Armen und der Reichen, der Geringen und

