sich für die emsige Sorge ihrer kleinen Freundinn dank­bar zeigen könne, erwiederte diese, ihre Tochter möge unbesorgt seyn, da sie schon darauf gedacht habe, so­wohl Linchen, als ihre Aeltern für die zweckmäßige Erziehung, die sie ihrem Töchterchen gegeben, nach Kräften zu belohnen. Sie ließ Linchen, die nun nur mehr ein Paar Mahle des Tages Eugenien be­suchte, zu sich rufe», und redete sie ungefähr mit fol­genden Myrten an: »Liebes Kind, du bast dich wäh­rend meiner Tochter Krankheit so liebevoll gegen sie betragen, daß ich dir zugleich meine Erkenntlichkeit, als auch mein Wohlgefallen über deine gute Ausführung beweisen möchte. Ich glaube dir daher durch das Ge­schenk eines vollständigen netten Anzugcs, den ich dir hiermit übergebe, eine Freude zu machen, die sich viel­leicht vergrößert, wenn ich dir meine Absicht eröffne, dich ganz in mein Haus zu nehmen, zugleich mit Euge- nien lernen zu lassen, und auch ferner für deine Zu­kunft zu sorgen.«

Linchen, ganz erstarrt vor Freude und Ueber- raschung, wollte eben ihrem Danke Worte geben, als sie plötzlich durch heftiges Weinen darinnen unterbrochen, und von Frau von Stamming verwundert befragt wurde, ob sie etwa dieß Anerbiethcn nicht annehmen könne oder wolle.

»O nein!« rief Linchen schluchzend aus, »wie glücklich werde ich seyn, wenn ich von so viel Gnade und Güte Gebrauch machen darf aber meine armen

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singen.« Frau von Stamming war, wie natürlich, noch mehr um ihre Tochter beschäftigt, als Linchen, und bemerkte mit Wohlgefallen die treue Pflege dieses wackern Mädchens ; als daher E u g e n i e nach ihrer endlichen Wiedergcnesung ihre Mutter befragte, wie sie