eher dürfen nur auf eine baldige Wendung der Krank heit hoffen, verhalten Sie sich ruhig, ich will Ihnen die schöne Geschichte erzählen, die ich las, indessen Sie schlummerten, oder will Ihnen ihr Lieblingsliedchen
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Die Mutter konnte ihren Bitten nicht widerstehen, und nun ffog Linchen pfeilgeschwinde in das Schlaf, zimmer Eugenicns.
--Ach lieber Himmel, in welchem Zustande muß ich mein liebes Fräulein finden! darf ich denn nicht bey Jbnen bleiben? sie Tag und Nacht pflegen? bey Ihnen wachen?« mit diesen Worten war sie eingetreten, und Eugenie, ungemein erfreut über Linchens zärtliche Theilnahme, bezeigte ihr durch einen Händedruck, wie sehr sie diese zu schätzen wisse. Auf die Bemerkung von Frau von Stamming, die inzwischen hinzukam, daß auch Linchens Aeltern um ihre Erlaubniß befragt werden müßten, eilte Linchen gleich selber zu ihnen, und erhielt die schmeichelnd crbethene Einwilligung, bey Eugenien zu bleiben, um so lieber, als Vater und Mutter Treu hold hierin eine Gelegenheit fanden, sich ihrer Hausfrau dankbar zu beweisen, und hinsichtlich der Krankheit Eugeniens keine Sorge zu tragen brauchten, weil Linchen die Masern schon früher glücklich überstanden hatte. In kaum einem halben Stündchen war unser Linchen wieder bey ihrer Freundinn, und richtete sich gleich förmlich als Krankenpflegerinn ein.
So klein als das liebe Mädchen war, hätte doch nicht bald eine bessere Wärterinn gefunden werden können; Tag und Nacht wich sie kaum vom Bette Eugeniens: wenn diese sich übler befand, und klagte, tröstete sie Linchen mit den Worten: --Nur Geduld, liebes Fräulein, je mehr die Hitze überhand nimmt, desto

