Äöcnn Heinrich die Erziehungsanstalt, in welche ihn seine Aeltern in die Kost gegeben hatten, verließ, um die Ferientage bey ihnen zuzubringen, so mußte er frey­lich auf jene Unterhaltungen, die er mit seinen Schul­freunden so oft spielte, Verzicht leisten, denn um Ball oder Reifen zu schlagen befand sich im Hause seines Va­ters, des Freyhcrrn von Deppenheim, weder Hof noch Garten, und seine Mutter würde nicht zvenig be­sorgt gewesen seyn, wenn in ihren, mit Spiegeln und Porzellain - Geschirr geschmückten prächtigen Zimmern, von solchen gefährlichen Dingen auch nur gesprochen worden wäre.

Gewöhnlich zeigte sich Heinrich in diesem Punkte eben nicht sehr unzufrieden, und traf es sich ja, daß ihm die ruhigen Vergnügungen, welche ihm das väterliche Haus both, langweilig vorkamen, so fand er deren Ein­förmigkeit doch durch die Freude, sich bey seinen Aeltern befinden zu dürfen, mehr als reichlich entschädigt. Allein es gibt bey Kindern, und wären sie auch noch so gutge­artet, zu oft Gelegenheit, wo sie sich zu Verbothencn ge­reizt fühlen, und es bedarf dann eines ernstlichen Wil­lens, eines aufrichtigen Vorsatzes, um der lockenden Versuchung zu widerstehen.

So ein Augenblick der Versuchung war an einem der letzten Faschingstage gekommen; Baroninn Dep­penheim war in ihrem Putzzimmer mit den Anstalten zu einem Balle, den sie Abends besuchen mußte, beschäf­tigt; ihr Gemahl hatte sich in sein Schreibzimmer ringe-

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jFolftttt einer Lüge.