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schloffen, um wichtige Briefe zu erpedircn, und die Dienerschaft war in und außer dem Hause mit Berufsarbeiten beschäftigt, dergestalt, daß Heinrich sich ganz allein und sich selbst überlassen sah. Die Bücher, die er zu Hause fand, hatte er schon oft durchgeblättert; schreiben oder zeichnen wollte er nicht, da er denselben Abend in die Lehranstalt zu seinen Studien zurückkehren mußte — so schleuderte er denn vom Schlafzimmer in den Salon, und von da ins Speisezimmer, sah beym Fenster hinaus — im Zimmer herum, und bemerkte endlich hinter dem Ofen einen kleinen Ball. Wie nach dem bekannten Sprich- wortc Müßiggang aller Laster Anfang ist, so wurde auch bicr sein zweckloses Herumwandeln die Veranlassung, daß er, nach fedcr Unterhaltung begierig, des Verbothes seiner Aeltern vergaß, und, sich des Balles bemächtigend, nach Herzenslust damit zu spielen anfing. Kaum aber hatte er ihn ein Paarmahl auf den Fußboden aufspringen lassen, als ein unglücklicher Zufall ihn bey einem dritten Wurfe gegen eine prächtige Porzellain - Vase springen ließ, die hcrabgeworfen und zerschmettert wurde. Auf das Getöse des Falles eilte schnell die Baroninn aus ihrem nahen Gemache herbey — noch schneller aber eilte Heinrich in sein kleines Zimmer, wo er, das nächste Buch ergreifend, eifrig zu lesen schien, indessen sein Herz nicht wenig klopfte, wenn er an den Schaden dachte, den seine Unvorsichtigkeit und sein Ungehorsam angerichtet hatte, und der ihm den Lohn seiner bisherigen guten Aufführung zu rauben drohte.
Die Baroninn, ganz erzürnt über den Anblick der zerbrochenen Vase, klingelte gleich die ganze Dienerschaft zusammen; auch ihr Gatte war bey diesem Lärmen herbeygecilt, da er ein größeres Unglück vermuthet hattöj nur Heinrich ließ sich nicht eher sehen, bis er gerufen

