Wendung auf dich und deine Fähigkeiten; wenn dich etwas schmerzt, so ertrage es schweigend; wenn dich Gespielinnen kränken, suche ihnen Vergnügen zu machen; zeige dich deiner Schwester in tausend Gelegenheiten nachgiebig , und befolge jedesmahl pünktlich, was ich dir befehle, — so hast du alle Eigenschaften, die du von einer Heldinn begehrst!«
»Liebe Mutter, das wären alles so leichte Dinge -«
»Und diese leichten Dinge,« fiel die Räthinn ein, »thust du sie immer?« Julie errötbete, — und wir glauben, in diesem Gespräche die Gemüthsart der beyden Schwestern hinreichend angedeutet zu haben, welche sich selbst in der Art und Weise ihrer Antworten zeigte, denn Sophie hörte aufmerksam zu, und machte sie einen Einwurf oder eine Bemerkung, so war es nur, um sich besser belehren zu lassen, indessen Juliens natürliche Ungeduld, diese wohlmeinendsten Rathschläge überhören ließ, um nur irgend widersprechen zu können.
Kurze Zeit darauf litt Julie an heftigen Zahnschmerzen, da sie ihrer Mutter Rath, Nüße und Obst- kerne nicht aufzuknacken, keine Folge geleistet, und sich demnach die Zähne verdorben hatte. Statt ihr Uebel geduldig zu tragen, füllte sie das Haus mit ihren Klagen und Thränen, als ihr aber die Räthinn den Vorschlag machte, den schadhaften Zahn ausziehen zulassen, rief sie: »Nein! ich kann mich diesem Schmerze nie unterziehen,« und wollte einen augenblicklich größcrn Schmerz mit jenen langwierigen mindern nicht vertauschen, ohne aber darnach zu trachten, ihn geduldig zu ertragen.
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sten; seinem Vermögen einer Schwester zu Liebe entsagen, ist Uncigennützigkcit, und nicht gegen der Ael- tcrn Wunsch zu heirathcn, ist Gehorsam. Mache die An-

