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fest? Konntest du nicht durch die Witterung, Krankheit, oder eine verdiente Strafe, von dieser Freude abgehal­ten worden seyn? War es also kein Glück, daß nichts von Allen dem vorfiel?«

»Nun so groß kann ich das Glück eben nicht halten, das bloß darin bestand, daß ich am Besuche bey meiner Tante nicht gehindert ward!«

»Dann kannst du es auch für kein Unglück halten, wenn du heute am Besuche des Balls verhindert wur­dest; das muß dir dein gesunder Verstand sagen!«

Jnlchen besaß dessen genug, um die Richtigkeit der Gründe einzusehen, welche ihr die Mutter vorgestellt hatte, aber sie konnte sich nicht entschließen, mit Erge­bung diese kleine Widerwärtigkeit zu tragen; statt daher der Räthinn wiederholten Ermahnungen Gehör zu geben, fing sie bey Erwähnung, »daß man ein andres Vergnü­gen suchen wolle, da nun auf den Ball Verzicht geleistet werden müsse,« nur von Neuem wieder zu weinen und zu schluchzen an, so daß die Mutter unwillig wurde, sie ihrem thörigtcn Grame überließ, und fortging. Nach­dem auch Susann« vergebens gutgemeinte Trost­gründe an ihr verschwendet battc, ging Julie, immer noch schluchzend, in ihr Schlafzimmer, wo sie so lange weinte, bis ihre Thränen versiegten. Sie fühlte sich müde, ibre Augen brennen und ihren Kopf schmerzen; sie warf sich demnach auf ibr Bett und überließ sich ihrer Übeln Laune. Indessen horte sie ihre Schwester im an­dern Gemache laut lachen, und bald darauf kam diese freudig hercingcsprungcn und sagte: »O wie gut ist, daß du nicht mehr weinst! die Mutter schickt mich, dir zu sage», du könnest kommen, wenn du bereits Vernunft angenommen habest. So eben erhielten wir Besuch von unsrer Nachbarinn Henriette, mit ihren beyden klek-