Das jFrättltftit und die Stickerinn.

»-^»lier, gnädiges Fräulein, hat die Stickerinn etwas ge bracht« meldete das Kammermädchen B e t t i der 14jäh- rigcn Tochter ihrer Gebietherinn, Frau von Kolbert, und Cecilia, etwas eitel und putzsüchtig, besah es schnell und sagte: »Nicht wahr, dieser Kragen ist hübsch ausgefallen, Betti?«

»Ja, gnädiges Fräulein, vortrefflich.«

»Sollte nicht ein Spitzen-Besatz herum gut stehen?« »O ganz gewiß muß das sehr schön lassen!«

»Ich weiß aber doch nicht ob es geht; da ich den Kragen sticken ließ, bleibt mir nicht Geld genug Spitzen zu kaufen, und die Mutter wird mir nichts darauf geben.« »Die Stickerinn ist zugegen, gnädiges Fräulein.« »Laß sie nur etwas warten; ich muß überlegen, wie

ich das am Besten mache.«-

»Ich höre die gnädige Frau läuten; soll ich indessen die Stickerinn herein kommen lassen?«

»Nein, ich sagte dir bereits, sie warten zu lassen; ich will suchen, ob ich nicht Spitzen an einem alten Hals­tuche finde.«

Und nun setzte sich Cecilia vor eine Lade ihres Kleiderschrankes, und wühlte die längste Zeit in einem Chaos von allen Stoffen; sie findet immer etwas Neues, was ihren putzsüchtigcn Sinn beschäftigte, und vergaß so lange auf die Stickerinn, bis die Glocke der Mutter sie zur eben angekommenen Zeichenmcisterinn rief, daher

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