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Cecilia nur schnell den Schrank schließen, und ins Lehrzimmer eilen konnte.

Indessen sie ihre Zeit vcrsplittcrt hatte, wollte die Stickerinn säst vor Angst und Ungeduld vergehen. Schon mehrere Tage hatte ihr kleiner Knabe ein Wech­selfieber, das sie eben nicht achtete, bis heute ein junger Studierender der Arzncykunde, der im Hause wohnte, so gefällig war, den Kleinen zu untersuchen, worüber er sich äußerte, daß zwar noch keine Gefahr sey, aber doch schnell dazu gethan werden müsse. Er schrieb ihr ein Recept, und wiederholte ihr: »Lassen Sie dieß lieber früher als später bereiten.«

Die arme Frau Weber hatte kein Geld, ihr gan­zes Vermögen bestand aus vier Groschen, denn sie war gewohnt vom Verdienste jedes Tages zu leben. Auch sagte sie sich selbst: »Ich habe da den Kragen für Fräu- leinEcciliagestickt; dcntrageichum neun Uhr hin, und empfange 3 fl.; mit diesem Gelde kann ich die Arzney bereiten lassen, und das wird meinem August sicher gut thun, denn Herr Schmidt scheint sehr geschickt zu seyn. Bis halb 10 Uhr bin ich wieder daheim, und wenn August besser ist, kann ich morgen zur Putzar­beiterinn den Spitzenmantel abliefern, und empfange 6 fl. so haben wir wieder mebr als eine Woche zu leben; wenn nur August wieder wobl wird!«

Von diesem in Gedanken so wobl geordneten Tage war nun schon eine Stunde ungenützt verstrichen; das Kind noch nicht besser, und der Mantel nicht gestickt. »Sind Sie doch so gut, dem Fräulein zu sagen, daß ich da sey,« bath Frau Weber, erhielt aber zur Antwort: »Jetzt ist Lehrstundc, wo wir nicht stören dürfen, war­ten Sie nur.« Also abcrmahls eine Stunde warten! Die arme Frau stand alle Augenblicke auf, setzte sich wieder.