sie, hinter einem Strauche versteckt, von ihr gesucht wurden; ein zufälliges Geräusch aber lenkte ihre Schritte in eine andre Gegend des Gartens, und die beyden Kin­der sprangen indessen über die Hecke, und verbargen sich in Kornfelder bis es Dunkel wurde. Sie wollten nun heimkehren, verfehlten aber in der Angst die Richtung, und entfernten sich immer weiter vom Hause. Es war im Herbste, wo es früher Nacht wird, und es war schon sehr finster, als sie ihren Irrthum bemerkten.

Die Nacht im Freyen. Florentine weinte. »O mein Gott, wo sind wir hingerathcn? Was fangen wir an? Was wird aus uns?«

Wilhelm tröstete sie, und sie versuchten auf ihren al­ten Weg zurück zu kommen; sie nahmen sich bey der Hand, stolperten aber mitsammen über Vaumwurzeln und fielen; ganz zerkratzt im Gesichte standen sie schluchzend auf, und fingen an die Ursache ihrer Wanderung zu bereuen.

»Ach,« meinte Wilhelm,»warum haben wir unsre Aufgabe nicht gelernt! Jetzt könnten wir vergnügt bey unsern Acltcrn zu Hause seyn!« Die kalte Nachtluft fiel ihnen sehr empfindlich, und machte sie hungrig. Endlich sahen sie ein Licht schimmern, auf das sie zugingen, doch noch zur rechten Zeit bemerkten sie, wie der Boden sumpfigt wurde, und sie daher nur ein im Moraste cntstandnes Irrlicht gesehen hätten. Es blieb ihnen, vorz Hunger und Kälte erschöpft, zuletzt nichts übrig, als sich an einen großen Strauch gelehnt, niederzusetzen, wo sie Arm in Arm unter Furcht und Thränen einschliefen.

Große Angst im Aelternhause.

Inzwischen waren die Aeltern nicht wenig bestürzt, als Abends Wilhelm und Florentine nicht zu

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