Ermahnung Ves Vaters.
Drr Hofratb sprach dann Folgendermaßen zu ihnen: »Obwohl ich sehr unzufrieden mit eurer Trägheit bin, die euch und unS so viel Angst verursachte, so erlasse ich euch doch jede andre verdiente Strafe, denn ich sehe euch reuig: aber ihr müßt mit Aufmerksamkeit meine kehren anhören, um in Zukunft nicht in ähnliche Fehler abcrmahls zu verfallen. Ihr sagtet mir, eure Absicht sey nicht gewesen, gar nichts zn lernen - sondern nur es zu verschieben: das zeigt, daß ihr keinen festen Entschluß gefaßt habt, eure Schuldigkeit zu erfüllen. Ihr nahmt euch nicht die gehörige Mühe dazu, obwohl ihr es fühltet, daß ihr eurer Erzieherinn ungehorsam wart; ihr glaubtet euch zufriedner, wenn ihr auf morgen verschobt, was ibr heute hättet thun sollen; aber bekennt es selbst: konntet ibr ein Vergnügen ohne eine gewisse innre Vc klommcnheit genießen ?« Das ist wahr, »riefen beyde Kinder einstimmig.«
»So wie ihr am folgenden Morgen,« fuhr derHof- ratb fort, »euren guten Vorsatz abcrmabls verschoben habt, häuften sich die Schwierigkeiten, die sich eure Un cntschlosscnbeit und Trägheit bildete. Die Entdeckung zu vermeiden, nahmt ihr zuletzt gar zu einem elenden Mittel Zuflucht, dessen Unzulänglichkeit ich euch nicht vorzustellen brauche, da ibr euch noch lebhaft daran erinnern, und mich künftighin nicht in die Nothwendigkeit setzen werdet, sie euch ins Gedächtniß zurückzurufen.« »Das versprechen wir,« betheuerten Wilhelm und F l v r ^n t i n c.
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