II)
Daher kam es auch, daß die Weber in dem Dorfe des Herrn Wild nicht das gewöhnliche, so krankhafte, bemitleidenswerthe Aussehe» dieser armen Arbeiter hatten. Mancher von ihnen kam sogar zu einem gewissen Wohlstände, indem er in Feierstunden von selbstgebau- tem Flachs ein feines Stück Leinen webte und gut bezahlt erhielt. Dann wurde ein Schweinchen oder ein Paar Ziegen angeschafft, »nd es gab manchen frohen Tag im Hause.
Das Alles änderte sich, als der alte Herr Wild starb und sei» Sohn i» den Besitz der Fabrik kam.
Die Erziehung dieses Sohnes war ganz in den Händen der Mutter gewesen, einer stolzen, harten Frau, deren Herz kalter war, als ihre Edelsteine.
Schon als Knabe zeigte der Sohn völlig die Ge- niüthsart der Mutter, und alle Diener des Hauses fürchteten und haßten den kleinen Tyrannen, der, als» er »ach dein plötzlichen Tode des Vaters, die Mutter war schon früher gestorben, aus dem Strudel der Genüsse der Hauptstadt zurückkehrte, jetzt darin seine Zerstreuung suchte, seine Untergebenen sclavisch zu behandeln.
Vorzüglich waren es die armen Weber, die seine Lieblosigkeit empfanden, und durch den möglichst kürz-

