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duld, sie wieder anzuziehen, und »ach kurzer Zeit lag das arme Geschöpf mit zerzaustem Haar »»angekleidet im Winkel, und von all den hübschen Sächelchen waren bald nur noch wenige vorhanden.
Im Frühling brachte ei» kleiner Bauerknabe ihr ei» niedliches Notbkelchen, das sang allerliebst, und wurde bald ganz zahm und zutraulich. Nun dachte Jda gar nicht mehr an die Puppe, sonder» wandte ihre ganze freie Zeit dazu an, sich mit dem Vogel zu beschäftigen. Sie lauschte seinem fröhliche» Gesang, plauderte ihm vor, versorgte ihn fleißig niit frischeni Wasser und Futter, und fing ihm als Leckerbissen manche Fliege.
Das ging eine Zeitlang so fort; da erhielte» die Eltern Besuch von lieben Freunden aus Hamburg, welche ihre beiden Töchter mitbrachten, die in Jda's Alter waren, und das gab für die kleine Flüchtige eine Herzenslust. Täglich wurden angenehme Parthien veranstaltet, bei denen auch natürlich die Kinder zugegen waren; oder es befand sich Gesellschaft im Hause, und so war Jda in einem beständigen Freudentaumel.
Wer hätte da an ein kleines Rothkehlchen denken könne»! Als eines Tages Vater und Mutter fragten: „Jda, hat der Vogel auch Futter?" lief Jda hin, und gab das lang entbehrte Wasser; weil sie aber nicht gleich
Erzählungen. 5

