und müde. Die Schwestern aber, die schon länger lebten als ich, vertrösteten mich auf den Abend, wo es gar schön und erfrischend werde, und so geschah es. Die Sonne sank tiefer hinab. Wir standen im Schatten, und nun begann wieder ein fröhliches Plaudern und Läuten unter uns. Da mit einem Male kam das böse, kleine Mädchen in den Garten. Alle Blumen ringsum fürchteten sich und bückten sich tiefer, um nicht von ihr gesehen zu werden; denn sie wußten schon, wie achtlos und unbarmherzig sie mit uns verfährt. Ach, und sie hatten sich nicht geirrt. Sie sprang von einem Beet zum andern, riß ab und knickte, was ihr unter die Hände kam, und auch ich und viele meiner Schwestern hatten dies traurige Schicksal. So liege ich armes Ding nun hier dem Verschmachten nahe, werde nicht mehr den blauen Himmel sehen, nicht niehr die kühle, sanfte Lust fühlen, werde sterben einsam und verlassen."
Darauf hob ein Flicderzweig an: „In dem Gebüsch, auf dem ich blühte, hatte sich seit einigen Tage» eine Nachtigall ihr Nest gebaut, und wenn nun der Abend herabsank, oder der frühe Morgen seine goldne Strahlen sandte, dann ertönten ihre süßen Lic-
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wurde es uns etwas warm, und ich war ganz si,ll

