schaft solcher grausamen Bruder zu seyn. Suchte er etwa einen Ort, um sich da zu verbergen und den Joseph aus der Grube zu ziehen, wenn sich die Bruder mit ihren Heerden aus der Gegend entfernt hatten? Ach, was konnte in seiner Abwesenheit mit Joseph vorgehen, das er nicht stören und verhindern konnte und was war wirklich vorgegangen, ohne daß er auch hier das rechte Mittel wählte, um den verkauften Bruder zu befreien, und ihm zum Vater nach Hebron zu begleiten.
Wenn ein Mensch nicht ein im Grunde verdorbenes Herz hat, so laßt ihm das Gewissen keine Ruh, wenn er eine böse That verübt hat, die Reue erwacht in ihm uno der Wunsch, das Unrecht nicht begangen zu haben. Essen und Trinken schmeckt ihm nicht, sein Schlaf ist unruhiger kann nicht froh seyn. Denkt euch, wie wenig sie das ihrem Bruder zugefügte Leid rührte! indeß er jammerte, seufzte und vielleicht von der Angst überwältigt, mit dem Tode rang, Gott und Menschen um Hülfe anflehte, setzen sie sich nieder, als Joseph von ihnen so eben in die Grube gestos- sen ist und essen. Müßt ihr sie nicht verabscheuen? Wie verderbt sind die Elenden, daß der Gedanke
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