seine Mitgefangene, rühmliche, günstige Nachrichten eingezogen haben, die ihm vielleicht der Amtmann mittheilte, vielleicht war auch sein Zorn verraucht und er dachte nicht mehr so gehässig von Joseph, dazu veranlaßt uns, um es zu glauben, der Um­stand, daß er ihm die besondere Wartung der bei­den königlichen Hosbedienten zllr Pflicht Machen ließ. Hatte er nicht etwa Verdacht gegen die scheinbar reine, unbefleckte Tugend seiner Gattin geschöpft, auf deren Betragen ihn die übereilte Verbannung Josephs aus seinem Hause, aufmerk­samer machte? darin, daß er ihn gleichsam zum Wärter der genannten Hofbedienten bestellte, da­mit ihnen das Nöthige gereicht würde, weil sie noch keine überwiesetteN Verbrecher waren; daß er es ihm zutraute, er werde pflichtmäßig mit ihnen umgehen, lag von seiner Seite das offene Ge- ständniß seiner wiederkehrenden Achtung gegen Jo­seph und mehr vielleicht, als er, um die Ehre sei­ner Gattin zu schonen, sagen wollte. Für Joseph mußte es tröstend und erfteulich seyn, daß sein Herr das Unrecht, was er an ihm beging, wieder gut zu machen anfing.

6 *

>

83