daß man nicht große Summen einnahm und dann Noth an Lebensmitteln litt, den Schatz des Kö­nigs füllte und das Volk verhungern ließ, wur­den die Kanaaniter und unter ihnen auch seine Bruder vor ihn hingeführt. Nach der Sitte des Morgenlandes fielen sie vor ihm nieder, um ihn zu begrüßen.

Er sah sie an und erkannte sie; sie aber wußten es nicht, daß dieser ihr Bruder Joseph wäre, den sie an die Midianiter verkauften.

Nun scheint es uns natürlich, daß Joseph, von den Empfindungen seines frommen Herzens überwältigt, sich ihnen sogleich zu erkennen, alles Unrecht, was sie ihm einst zufügten, vergessend sie brüderlich begrüßte, und sogleich die Frage an sie that: ob sein Vater und sein geliebter Bruder Benjamin noch lebten? Aber nicht also: Joseph stellt sich ihnen fremd, er sagt ihnen Worte, die sie in ängstliche Verlegenheit setzen. Ist das nicht unnatürlich, und zeigt es nicht von Verstellung und Härte?

Uns beweist es nur, daß Joseph, der eine Reihe ausserordentlicher Schicksale durchgegangen war, eine rühmliche Selbstbeherrschung besaß, ohne

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