16 ?
Jetzt war die schwere Stunde gekommen, wo sich Jakob von seinem Herzenssohne trennen mußte, ohne daß er sich die Gewißheit stellen konnte, ihn je wieder zu sehen. Ach, rief er schmerzvoll aus, nun werde ich, wie ein kinderloser Vater seyn! Mit euch sey der Allerbarmer, er gebe euch, daß ihr bei dem ägyptischen Manne eine erwünschte Ausnahme findet! Ach, er weiß es nicht, welche Angst und Furcht er mir auflegt! Sein Herz möge Gott regieren, daß er euern gefangenen Bruder frei läßt und meinen Benjamin nicht zurück behält!.... Sie vollendeten die Reise und kamen ohne Unfall in Aegypten an.
Was man auch zur Entschuldigung Josephs sagen mag, daß er darauf hartnäckig bestand, seinen Lieblingsbruder sehen zu rpollen, ich muß es tadeln, daß er bei der großen Sehnsucht nach ihm, bei der Liebe zu ihm und dem angeregten Verlangen, ihn nach einer langen Trennung wieder zu umarmen, doch so hart gegen seinen Vater verfuhr. Indem er ein Bedürfniß seines Herzens zu befriedigen sucht, schlägt er dem des Vaters eine tiefe Wunde und wußte es doch nicht, ob der schwache, alte Mann nicht daran sich verbluten würde. Er

