war durch den tollen Rausch, den er hatte, streifte die Kugel nur das Bein des ruhig weidenden Thieres, das sogleich mit kläglichem Gebrüll zu Boden stürzte. Mit rohem Gelächter gingen jetzt die Männer, deren wilde Leidenschaften jede Fessel abgeworfen hatten, zu dem armen Thiere hin, zogen ihre Messer und fingen an, dem noch lebendigen Ochsen die Haut abzustreifen. Das Brüllen desselben machte ihnen ein teuflisches Vergnügen, und keiner von den rohen Gesellen hatte so viel Erbarmen, das Thier lieber sogleich zu todten. Während nun der gemarterte Ochs noch am Boden lag, und das Blut eine weite Lache bildete auf dem grünen Rasen, kam ein kleiner grauer Mann anscheinend vom Rathhausbcrge daher und winkle ihnen schon von fern zu, von ihrem grausamen Beginnen abzulassen. „Wie mögt Ihr doch an solch teuflischer Quälerei Gefallen finden," sagte er mit ernster, aber doch freundlicher Stimme; „fürchtet Ihr denn nicht den Zorn Gottes, dessen Gnadengeschenke Euch demüthig und dankbar, nicht aber so grausam und wild in Eurer Freude machen sollten? Macht Platz und lasset mich das gemarterte Thier todten!"
Aber die trunkenen Bergleute wehrten den schwachen kleinen Mann mit Spott und Drohungen ab und riefen:

