Sürlin nie wieder ein so meisterhaftes Werk beginne, damit seinem Kloster die Ehre bliebe, das beste Gemälde des berühmten Malers zu besitzen. Nun vernahm er zu seinem großen Aerger, daß Meister Sürlin nicht nur ein ähnliches, sondern ein noch weit schöneres Bild zu malen im Stande sei, und dagegen sträubte sich seine thörichte Eitelkeit. Er griff daher zu einem teuflischen Mittel, um im Besitz von Georg Sürlins besten und letzten Bilde zu bleiben.
In der Nacht nemlich, als der Maler fest schlief, schlichen sich die zwei Mönche, die ihn nach der Schweiz geführt hatten, an sein Lager, banden ihm die Arme mit Stricken fest und stachen ihm mit einem scharfen Messer beide Augen aus, damit der köstliche Farbenquell auf immer versiege. Ihn zu tödten, hatten sie nicht den Muth, wie sehr der Unglückliche auch wie um eine Wohlthat darum bitten mochte. Sie verbreiteten nur das Gerücht, daß der große Maler auf der Rückreise nach seiner Heimath gestorben sei, und hielten den armen Blinden sorgsam in einer entlege. nen Zelle versteckt.
Da war nun für immer der unglückliche Meister des schönen Lichtes beraubt und konnte die herrlichen Bilder, die in seiner Seele lebten, nicht mehr in Farben zur Darstellung

