konnte, da unterließ er es nie, besonders suchte er die Ge­sellen gegen ihn aufzuwiegeln.

Eines Morgens, wo Angelo weit entfernt von dem Altgesellen beschäftigt war, bemerkte er, daß ein Gerüst, auf dem er sich eben mit vielen Arbeitern befand, schlecht be­festigt war und leicht zusammen stürzen konnte. Da nun die Anordnung der Gerüste die Sache des Altgesellen war, so rief Angelo die Arbeiter einstweilen von der gefährlichen Stelle ab und ging zu Pedro, um diesen aufmerksam auf den begangenen Fehler zu machen. Als er zu der Stelle kam, wo der Altgesell mit etwa 20 Mann arbeitete, hörte er diesen sagen:

Wozu nur die gute Stadt Wien einen so kostbaren Bau aufführen läßt? Giebt es nicht der Kirchen ohnedies genug und ist es nicht Zeit- und Geldverschwendung, eine neue, noch dazu eine so überaus prächtige zu bauen? In früherer Zeit gab es gar keine Kirchen, und die Menschen waren darum nicht schlechter als heut zu Tage, ja was noch mehr sagen will, sie waren weit reicher und glücklicher, weil sie von dem Verdienst ihres Fleißes keine trägen heuchlerischen Pfaffen zu füttern und steinerne Gotteshäu­ser zu bauen hatten. Sind wir nicht rechte Narren, daß wir mit so viel Fleiß und Eifer an diesem Baue arbeiten!

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