das Zimmer nicht verlassen hatte — auS dem Wagen stei- gen sah! Er wollte ihr entgegen fliegen, aber der Arzt hatte ihm jede rasche Bewegung untersagt, und so hielt er sich fast mit Gewalt ruhig, indem sein Herz vor Freude laut auf klopfte.
Das Wiedersehen zwischen Mutter und Sohn war ein durchaus freudiges, obgleich Thcobald mit gebrochenem Arm und von den überstandenen Schmerzen ganz bleich vor der Gräfin stand. Aber ihr Sohn war auf dem Wege zur innern Genesung, wovon sie sich zu ihrer Freude immer mehr überzeugte. Denn als sie ihn vertraulich fragte, ob er wohl gern mit ihr heimreisen und bis zur Zeit seiner völligen Heilung dort bleiben wolle, sagte er aufrichtig: „Nein, Mama, lasse mich immer hier, die guten Menschen hier haben mich alle lieb und wollen ja nur mein Bestes; ich habe wohl schon manches Fehlerhafte und Schlimme an mir erkennen lernen, aber fest bin ich noch immer nicht im Guten, das siehst Du ja an meinem Arme hier, Mütterchen. Ich werde es aber an meiner Mühe nicht fehlen lassen, Dir Freude zu machen, und wenn mein Lehrer mit mir zufrieden ist, so darf ich wohl zum Christfest in die liebe Heimath zu Dir kommen." —
Die Mutter küßte den Knaben auf die Stirn und

