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derbar ist es, daß ein Thierchen, das doch keine Vernunft hat, solche Anhänglichkeit an seine Wohlthäterin zeigt und ihr so ergeben ist!"
„Ja," sprach die Mutter „für die wenigen Körnlein, die du ihm täglich giebst, könnte es nicht dankbarer sein. Bist du, liebe Agnes, auch wohl immer so dankbar? vergiltst du immer deinen Eltern und Lehrern das empfangene Gute durch Liebe und Gehorsam, und gehst du nie eher zu Bette, bevor du Gott für die Freuden und Wohlthaten, die du den Tag über empfangen, den innigsten Dank dargebracht hast?" —
„Du liebes Thierchen," sagte einst Agnes zu ihrem Täubchen, als dieses am Rande des Tisches vor ihr saß und mit den klaren, schuldlosen Augen freundlich zu ihr aufblickte, „ich habe nun von dir schon Manches gelernt." Da sagte die Mutter: „Das Schönste, was du von ihr lernen kannst, ist doch noch übrig. Sieh, die reine, weiße Taube ist ein liebliches Bild der Unschuld. Sie ist ohne Falsch, ohne Trug und Verstellung, rein von aller Arglist. O, möchtest du auch stets so sein! Gott gebe, daß man von dir immer sagen könne: Agnes ist schuldlos und ohne Falsch, wie eine Taube."
(I. Schmid.)

