„Aller Augen warten auf Dich, Herr, und Du giebst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit; Du thust Deine milde Hand auf und sättigest Alles was lebet mit Wohlge. fallen."
Acht Tage that die liebe Luise ihre milde Hand auf und sättigte Alles, was gesättigt sein wollte — dann zerschmolz der Schnee, die Flur wurde wieder grün, und alle Vogel, die zeither auf dem Hofe gewesen waren, entfernten sich. Nur die in der Kammer waren, mußten zurückbleiben. Sie sahen die Sonne, sie flatterten am Fenster herum, sie pickten daran — aber umsonst, sie mußten in ihrem Gefängnisse bleiben. Doch ließ sie Luise keine Noth leiden.
Einmal aber, als sie fütterte, kam ihr Vater herein. Sie freute sich darüber, daß er zusehen wolle. „Gutes Kind" sagte er, „was wird wohl das Männchen von der Lerche jetzt anfangen? Und das Weibchen des Finken? Wie werden sie sich nach einander sehnen."
„Ja" sagte Luise, „die armen Thiere!, Daran hätte ich nicht gedacht. Soll ich das Fenster öffnen und sie fliegen lassen.
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ihren Rübsamen ausstreute, fiel ihr der Spruch ein:

